Bologneser Bichon

FCI-Standard Nº 196

Ursprung
Italien
Übersetzung
Frau Michèle Schneider
Gruppe
Gruppe 9 Gesellschafts und Begleithun
Sektion
Sektion 1 Bichons und verwandte Rassen
Arbeitsprüfung
Ohne Arbeitsprüfung
Endgültigen Anerkennung der Rasse durch die FCI
Montag 05 März 1956
Publikation des gültigen offiziellen Standards
Freitag 13 November 2015
Letzten Aktualisierung
Freitag 02 März 2018
En français, cette race se dit
Bichon bolonais
In English, this breed is said
Bolognese Bichon
En español, esta raza se dice
Bichón Boloñés
In het Nederlands, wordt dit ras gezegd
Bichon Bolognese

Verwendung

Begleithund.

Kurzer geschichtlicher abriss

Seine Ursprünge verschmelzen mit denen des Maltesers, denn seine Vorfahren sind die- selben kleinen Hunde, die Aristoteles (384-322 v.Ch) unter dem lateinischen Begriff « canes melitenses » erwähnt. Bereits zu römischer Zeit bekannt, zählte speziell der Bologneser zu jenen hochgeschätzten Geschenken, die sich die Mächtigen dieser Welt während einer ganzen Epoche zu machen pflegten. So nahm Cosimo de Medici (1389-1464) nicht weniger als ihrer acht mit nach Brüssel, um sie dort ebenso vielen belgischen Adligen zum Geschenk zu machen. Philipp II, von 1556-1598 König von Spanien, bedankte sich beim Herzog von Este, nachdem er zwei Hunde als Geschenk erhalten hatte, mit den Worten, diese beiden kleinen Hunde seien « das königlichste Geschenk, das man einem Kaiser machen könne ». Bologneser sind auf den Gemälden von Titian, Pieter Breughel dem Aelteren und Goya dargestellt.

Allgemeines erscheinungsbild

Klein, mit gedrungenem und kompaktem Rumpf, bedeckt mit langem, weichem Haar von reinem Weiss.

Wichtige proportionen

Der Hund ist quadratisch gebaut, so dass die Rumpflänge gleich der Grösse (Widerristhöhe) ist.

Verhalten / charakter (wesen)

Sehr ernst, meist eher ruhig. Unternehmungslustig, gelehrig, seinem Herrn und dessen Umgebung gegenüber äusserst anhänglich.

Kopf

Oberkopf

Kopf
Er ist von mittlerer Länge und erreicht 1/3 der Widerristhöhe. Seine Breite, in Höhe der Jochbeinbogen gemessen, entspricht seiner Länge.
Schädel
Der Schädel ist in sagittaler Richtung leicht eiförmig und im oberen Teil eher flach, hat aber konvexe Seiten; die Vorsprünge des Stirnbeins sind gut entwickelt.Die oberen Begrenzungslinien von Schädel und Nasenrücken sind parallel; die Stirnfurche ist wenig betont, der Hinterhauptfortsatz wenig ausgeprägt. Die Länge des Schädels übertrifft leicht die des Fangs. 
Stop
Ziemlich betont.

Facial region

Nasenschwamm
Mit dem Nasenrücken auf ein und derselben Linie, im Profil betrachtet steht seine Vorderseite senkrecht. Er ist gross und muss unbedingt von schwarzer Farbe sein.
Fang
Seine Länge entspricht 2/5 der Kopflänge; der Nasenrücken ist gerade und die Seiten des Fanges sind parallel zueinander, so dass die Vorderansicht des Fanges nahezu quadratisch ist. Der Bereich unterhalb der Augen ist gut gemeisselt.
Lefzen
Die Oberlefzen sind ihrer Tiefe wenig entwickelt, sie bedecken die unteren nicht, so dass das untere Profil des Fanges durch den Unterkieferknochen begrenzt wird.
Kiefer / Zähne
Kiefer normal entwickelt, Ober- und Unterkieferbogen perfekt zueinander passend. Zähne weiss, regelmässig ausgerichtet, Gebiss stark und vollzählig. Scherengebiss, Zangengebiss wird toleriert.
Augen
Sie liegen nach vorne fast auf einer Ebene, gut geöffnet, grösser als normal. Die Lidöffnung ist rund; der Augapfel darf nicht hervortreten; die Sklera ist nicht sichtbar. Die Lidränder müssen unbedingt schwarz sein; die Farbe der Iris ist dunkles Ocker.
Ohren
Sie sind hoch angesetzt, lang und herabhängend, aber an der Basis eher steif, so dass sich der obere Teil der Ohrmuschel vom Schädel abhebt und so den Kopf breiter erscheinen lässt, als er in Wirklichkeit ist.

Hals

Ohne Wamme; seine Länge entspricht der Länge des Kopfes.

Körper

Allgemeinheit
Da der Hund quadratisch gebaut ist, entspricht die Länge des Rumpfes, gemessen zwischen Schulterspitze und Sitzbeinhöcker, der Widerristhöhe.
Obere Profillinie
Die gerade Rückenlinie und die leicht konvexe Linie der Lenden verschmelzen harmonisch mit der Kruppe.
Widerrist
Wenig aus der Rückenlinie hervortretend.
Kruppe
Sehr wenig geneigt; sie ist sehr breit.
Brust
Die Brustbeinspitze tritt wenig hervor. Geräumig, bis auf die Höhe der Ellbogen hinabreichend, mit gut gewölbten Rippen; ihre Tiefe erreicht fast die Hälfte der Widerristhöhe.
Untere Profillinie und Bauch
Sie folgt dem Profil des Brustbeins und steigt danach leicht zum Bauch hin ab.

Rute

In der Verlängerungslinie der Kruppe angesetzt; sie krümmt sich über dem Rücken.

Gliedmassen

Vorderhand

Allgemeines
In ihrer Gesamtheit betrachtet sind die Vorderläufe völlig im Lot und zueinander parallel bezüglich der Medianebene des Rumpfes.
Schultern
Ihre Länge entspricht ¼ der Widerristhöhe; zur Waagrechten verläuft sie geneigt und nähert sich bezüglich der Medianebene des Rumpfes der Senkrechten. Ihre Bewegungen sind frei.
Oberarm
Gut an den Rumpf angeschmiegt, ist er von fast gleicher Länge wie die Schulter, aber nicht so schräg.
Ellenbogen
Sie befinden sich auf einer Ebene, die zur Medianebene des Rumpfes parallel verläuft.
Unterarm
Ihre Länge ist gleich der Arm folgt eine perfekte vertikale Richtung.
Vorderfusswurzelgelenk
Von vorne gesehen verlängern sie die Lotrechte des Unterarms.
Vordermittelfuss
Von der Seite gesehen ist der Mittelfuss leicht schräg.
Vorderpfoten
Sie sind oval mit dunklen, elastischen Sohlenballen und schwarzen, sehr harten Krallen.

Hinterhand

Allgemeines
In ihrer Gesamtheit betrachtet und von hinten besehen, müssen die Hinterläufe vom Sitzbeinhöcker bis zum Boden eine völlig lotrechte Linie beschreiben. Untereinander sind sie parallel.
Oberschenkel
Ihre Länge entspricht 1/3 der Widerristhöhe. Sie sind von oben nach unten und von hinten nach vorne schräg und zur Medianebene des Rumpfes völlig parallel.
Unterschenkel
Er ist länger als der Oberschenkel.
Hintermittelfuss
Der Abstand zwischen Sprunggelenk- und Zehenspitze ist wenig kürzer als ein Drittel der Widerristhöhe.
Sprunggelenk
Der Sprunggelenkwinkel ist nicht sehr geschlossen.
Hinterpfoten
Gleiche Merkmale wie die Vorderpfoten, aber weniger oval.

Gangwerk

Frei, energisch, Kopf edel und vornehm getragen.

Haut

Am ganzen Körper sehr straff und anliegend, die sichtbaren Schleimhäute und das dritte Augenlid (Nickhaut) unbedingt schwarz pigmentiert.

Coat

Haar
Vom Kopf bis zur Rute, von der Rückenlinie bis zu den Pfoten am ganzen Körper lang. Auf dem Nasenrücken ist es kürzer. Eher weich, doch nicht anliegend, sondern flockig; es bildet nie Fransen.
Farbe
Reines Weiss, ohne jeden Fleck und ohne jede andere Weissnuance.

Grösse und gewicht

Widerristhöhe
Rüden 27 bis 30 cm, Hündinnen 25 bis 28 cm.
Gewicht
Von 2,5 bis 4 kg.

Fehler

• Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist, und seine Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen.
• Fehler sollten nach Grad der Schwere aufgenommen werden.

Allgemeine Fehler

 Schielen (Strabismus).

Schwere fehler

 Bedeutende Konvergenz oder Divergenz der Begrenzungslinien Schädel-Fang.
 Gewölbter Nasenrücken.
 Vor- oder Rückbiss, wenn dadurch das Aussehen des Fanges entstellt wird.
 Grösse unter 25 cm oder über 33 cm bei Rüden und unter 22 cm oder über 32 cm bei Hündinnen.

Disqualifizierende fehler

 Aggressiv oder ängstlich.
 Depigmentierter Nasenschwamm.
 Nasenschwamm von anderer als schwarzer Farbe.
 Vorbiss.
 Beidseitig depigmentierte Augenlider.
 Glasauge.
 Schwanzlosigkeit.
 Angeborene oder herbeigeführte Stummelschwänzigkeit.
 Jede andere Haarfarbe als Weiss.
 Gefleckt oder gesprenkelt.

NB :

• Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
• Die in starker Ausprägung oder gehäuft vorkommenden oben angeführten Fehler sind ausschließend.
• Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
• Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.

Bibliografie

http://www.fci.be/

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