Finnischer Laufhund

FCI-Standard Nº 51

Ursprung
Finnland
Übersetzung
Elke Peper
Gruppe
Gruppe 6 Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen
Sektion
Sektion 1.2 Mittelgrosse Laufhunde
Arbeitsprüfung
Mit Arbeitsprüfung
Endgültigen Anerkennung der Rasse durch die FCI
Sonntag 08 August 1954
Publikation des gültigen offiziellen Standards
Donnerstag 17 Juli 1997
Letzten Aktualisierung
Dienstag 14 November 2000
En français, cette race se dit
Chien courant finlandais
In English, this breed is said
Finnish Hound
En español, esta raza se dice
Sabueso finlandés
In het Nederlands, wordt dit ras gezegd
Finse brak
In seinem Herkunftsland heißt er

Suomenajokoira

Verwendung

Laufhund für die Jagd auf Hase und Fuchs, deren Witterung er auch bei der Jagd unter schwierigen Bedingungen mit Begeisterung verfolgt. Er arbeitet unabhängig, ist ein vielseitig verwendbarer Fährtenhund und verfolgt seine Beute mit volltönendem Gebell.

Kurzer geschichtlicher abriss

In den Anfängen des 19. Jahrhunderts gab es in Finnland neben den dort auf dem Land lebenden Hunden viele Hunde, die den Laufhundrassen des übrigen Europa ähnelten. Nach der Gründung des Finnischen Kennel Clubs im Jahre 1889 begann die Entwicklungsgeschichte des Finnischen Laufhundes. Der erste Standard für diese Rasse wurde 1932 verfasst. Zuchtgemeinschaften in vielen Teilen des Landes hatten grossen Anteil an der Entwicklung der Rasse. Kreuzungen mit anderen Rassen zu Beginn des 20. Jahrhunderts trugen ebenfalls dazu bei, den Zuchtstamm, aus dem der Finnische Laufhund hervorging, zu begründen. Ausgestattet mit allen Vorzügen eines vielseitigen Fährtenhundes verfolgt er seine Beute mit leidenschaftlichem Gebell.

Allgemeines erscheinungsbild

Dreifarbig, mittelgross, gleichmässig hoch; die Körperlänge übertrifft deutlich die Widerristhöhe. Kräftig gebaut, aber nicht schwer. Die Fläche, die dieser Hund im Stand bedeckt, ist ebenso lang wie sein Körper oder etwas länger; die Breite der Vorderhand entspricht der des Brustkorbs, die Hinterhand steht mindestens so breit wie die Front. Der Geschlechtstyp sollte deutlich ausgeprägt sein.

Wichtige proportionen

Das Verhältnis zwischen Körper- länge und Widerristhöhe beträgt 1,1 zu 1.
Die Brusttiefe entspricht der halben Widerristhöhe.
Das Vorgesicht ist ebenso lang wie der Oberkopf, dessen Länge gleich seiner Tiefe und seiner Breite ist.

Verhalten / charakter (wesen)

Ruhig und freundlich, niemals aggressiv; voller Tatendrang.

Kopf

Oberkopf

Schädel
Von vorn gesehen gleichmässig breit, Schädeldecke gewölbt. Von der Seite gesehen ist die Stirn leicht gewölbt. Die Oberlinie des Schädels verläuft parallel zum Nasenrücken; die Furche zwischen den Augen ist kaum sichtbar. Augenbrauenbögen und Hinterhauptbein zeichnen sich deutlich ab. 
Stop
Durch die Augenbrauen betonter leichter, aber deutlich erkennbarer Stop.

Facial region

Nasenschwamm
Schwarz, gut entwickelt mit grossen, beweglichen Nasenflügeln.
Fang
Von gleicher Länge wie der Oberkopf; mässig tief, verjüngt er sich leicht zur Nase hin. Gerader Nasenrücken. Die untere Lefze bildet die untere Begrenzungslinie des Fangs, die fast parallel zu seiner oberen verläuft.
Lefzen
Gut entwickelt, gut pigmentiert. Die obere Lefze verläuft von der Nase aus in einer schönen Kurve. Lefzen und Lefzenwinkel liegen straff schliessend an.
Kiefer / Zähne
Die Kiefer sind kräftig, die Zähne gut entwickelt und symmetrisch im Kiefer eingebettet. Komplettes, fest schliessendes Scherengebiss gemäss der Zahnformel.
Wangen
Mässig flach.
Augen
Mittelgross, dunklebraun, nicht vorstehend, von leicht ovaler Form, nach vorn blickend. Ruhiger Ausdruck. Die Augenlider sind schwarz.
Ohren
Mit der vorderen Kante dicht am Kopf herabhängend werden sie so getragen, dass die hintere Kante nach aussen und ihre Spitze fast nach vorn gerichtet ist. Ihr Ansatz befindet sich auf der Verlängerung einer gedachten Linie von der Nase durch die Augen. Sie sind flach und reichen bis über die Hälfte des Fangs, wenn man sie nach vorn legt.

Hals

Mittellang, muskulös, ziemlich klar umrissen, wobei die Nackenlinie nur leicht gewölbt ist. Im Stand befindet sich die Nasen- spitze auf gleicher Höhe wie der Ansatz der Nackenlinie oder etwas höher.

Körper

Rücken
Mittellang, gerade und muskulös.
Lenden
Ziemlich kurz und kräftig.
Kruppe
Gut entwickelt, lang und kräftig, etwas schräg. Von der Seite gesehen setzt sich die Oberlinie in einer schön gebogenen Kruppe fort.
Brust
Lang und tief, bis zu den Ellenbogen herabreichend.
Rippen
Rippen gut gebogen mit deutlich sichtbarer Vorbrust.
Untere Profillinie und Bauch
Leicht nach hinten ansteigend.

Rute

Tief angesetzt, leicht gebogen, in ihrer Länge bis zu den Sprunggelenken reichend. Kräftig am Ansatz, spitz zulaufend. In Ruhestellung hängt sie dicht an den Hinterläufen herab, in der Bewegung darf sie erhoben, jedoch nicht oberhalb der Rückenlinie getragen werden. Das Haar an der Rute entspricht in etwa dem Körperhaar.

Gliedmassen

Vorderhand

Allgemeines
Gut gewinkelt. Von vorn gesehen gerade und parallel. Die Unterarme stehen senkrecht. Der tiefste Punkt des Brustkorbs befindet sich in Höhe der Ellenbogen. Ober- und Unterarm haben die gleiche Länge.
Schultern
Ziemlich lang, schräg gelagert, kraftvoll; dicht am Körper anliegend, dennoch sehr beweglich.
Oberarm
Von gleicher Länge wie das Schulterblatt, deutlich schräg gelagert und kräftig.
Ellenbogen
Weit zurück parallel zum Körper gelagert; fest und eng anliegend.
Unterarm
Kräftig und sehnig mit starken, ovalen Knochen.
Vordermittelfuss
Leicht schräg gestellt.
Vorderpfoten
Eher oval; hoch mit gut gebogenen, straffen Zehen. Kräftige Nägel; elastische Ballen, die an den Rändern von dichtem Haarwuchs bedeckt sind. Nägel und Ballen vorzugsweise schwarz.

Hinterhand

Allgemeines
Kräftig, gut gewinkelt, von hinten gesehen gerade und parallel.
Oberschenkel
Lang und breit, stark bemuskelt.
Unterschenkel
Mässig lang, schräg gestellt, sehnig.
Knie
Geradeaus nach vorn gerichtet. Die vordere Umrisslinie der Hinterläufe verläuft in einer sanften, glatten Kurve.
Hintermittelfuss
Recht kurz und kräftig, senkrecht.
Sprunggelenk
Kräftig, ziemlich tief stehend.
Hinterpfoten
Ebenso geformt wie die Vorderpfoten, gerade nach vorn gerichtet.

Gangwerk

Leichter, effektiver Trab mit weit ausgreifenden Schritten. Die Oberlinie bleibt in der Bewegung eben und fest. Die Läufe bewegen sich parallel.

Haut

Dick, am ganzen Körper straff anliegend, ohne Faltenbildung.

Coat

Haar
Unterwolle kurz, dicht und von weicher Textur. Deckhaar mittellang, dicht, gerade, fest anliegend und recht harsch.
Farbe
Dreifarbig. Der Mantel ist schwarz; sattes Loh findet sich am Kopf, an den unteren Partien des Körpers, an Schultern, Oberschenkeln und auch an den Läufen. Weisse Markierungen zeigen sich gewöhnlich am Kopf, am Hals, an der vorderen Brust, am unteren Teil der Läufe und an der Rutenspitze.

Grösse und gewicht

Widerristhöhe
Bei Rüden 55 bis 61 cm, Bei Hündinnen 52 bis 58 cm.
Ideale Grösse Bei Rüden 57 bis 59 cm, Bei Hündinnen 54 bis 56 cm.

Fehler

• Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist, und seine Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen.
• Fehler sollten nach Grad der Schwere aufgenommen werden.

Allgemeine Fehler

 Zu leichtes oder zu schweres Gebäude.
 Falscher Geschlechtstyp.
 Deutlich dreieckige Kopfform.
 Lose Kopfhaut.
 Spitzer oder kurzer Fang, Zangengebiss oder leichter Rückbiss.
 Quadratischer oder zu langer Körperbau.
 Kurze und dabei steil gelagerte Kruppe.
 Lange, gespreizte oder flache Pfoten.
 Kurzes, offensichtlich weiches Haar.
 Sprenkelungen in der Farbe.
 Deutlich unterbrochene Farbe des Mantels.
 Viele einzelne graue Haare oder sogenanntes « Wolfshaar ».
 1 cm Abweichung von der Standardgrösse nach oben oder nach unten.
 Anderen Hunden gegenüber etwas ängstlich oder übermässig grob.

Disqualifizierende fehler

 Ängstliche oder aggressive Hunde.
 Völlig fehlendes Nasenpigment.
 Vorbiss oder deutlicher Rückbiss.
 Knickrute.
 Mehr als 1 cm Über- oder Untergrösse.

NB :

• Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
• Die in starker Ausprägung oder gehäuft vorkommenden oben angeführten Fehler sind ausschließend.
• Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
• Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.

Bibliografie

http://www.fci.be/

 

Detaillierter Verlauf

Viele Jäger halten den Finnischen Jagdhund derzeit für die beste Jagdrasse der Welt.

Der Finnische Jagdhund ist eine einheimische Rasse und eine der beliebtesten Hunderassen in Finnland. Es wird fast ausschließlich zur Jagd auf Hasen oder Füchse verwendet. Es funktioniert unabhängig, verfolgt entweder den Geruch der Erde oder der Luft und verfolgt leidenschaftlich Wild und Bellen. Die lange Jagdsaison für Hasen und Füchse trägt zur Beliebtheit der Rasse bei. Der Finnische Kennel Club registrierte im Jahr 2012 1.475 Finnische Hunde. Insgesamt waren 20.030 Finnische Hunde in den Jahren 2003-2012 registriert.

Die systematische Entwicklung der Finnischen Jagdhundrasse begann im Jahr 1889, als Jagdbegeisterte den Suomen Kennelklubi, einen Vorläufer des Finnischen Kennel Clubs, gründeten. Eines ihrer ersten Ziele war die Entwicklung einer Jagdhundrasse für finnische Verhältnisse.

Da die Rassen aus dem Ausland, vor allem aus Russland, Schweden und England, nicht den Anforderungen der finnischen Jägerschaft entsprachen, begann eine Gruppe aktiver Jäger, die existierende finnische Hundepopulation nach Individuen mit den besten Jagdeigenschaften zu durchsuchen. Ziel war es, aus ihnen einen einheimischen Jagdhund zu züchten.

Drei Hunde wurden aus der ersten von Suomen Kennelklubi organisierten Hundeausstellung ausgewählt und acht weitere wurden im nächsten Jahr hinzugefügt. Die ersten Rassemerkmale wurden 1893 anhand dieser Hunde ermittelt. Rotbraun wurde als zugelassene Farbe des Hundes bestätigt. Die Farbe stabilisierte sich jedoch nicht vollständig, da die Neigung des schwarzen Mantels so stark war. Dies zwang die Organisation, zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine dreifarbige Spezifikation zu akzeptieren. Die heutige Rassedefinition stammt größtenteils aus dem Jahr 1932.

Die Widerristhöhe eines finnischen Jagdhundes beträgt 55-61 cm, für Hündinnen 52-58 cm. Es hat eine dreifarbige Doppelschicht, die ziemlich glatt ist. Seine Struktur ist von gleicher Höhe und seine Länge ist deutlich größer als die Höhe. Es ist stark, aber nicht stark gebaut. Es hat ein ruhiges und freundliches Temperament. Zu Hause bellt der finnische Hund und bewacht nur wenig oder gar nicht. Aufgrund seines sehr starken Jagdinstinkts eignet es sich eher als Jagdhund als als Begleiter.

Die jährliche Hauptveranstaltung für finnische Jagdhunde ist die Kilpa-Meisterschaft. Das erste Kilpa-Event fand 1937 statt und seitdem wird es jedes Jahr außerhalb der Kriegszeit veranstaltet. Die drei besten finnischen Hunde aus den Championaten jedes Zwingerbezirks werden für einen Gruppenqualifikationstest ausgewählt. Es gibt vier Gruppen, aus denen die drei besten Konkurrenten nach Kilpa kommen. Der Gesamtsieger des Vorjahres gewinnt standardmäßig nach Kilpa. Der Gewinner des letzten Verfahrens wird zum König der Jagd (Ajokuningas) gekrönt.

Die Hasenjagd-Versuchsergebnisse von Finnischen Hunden werden verwendet, um eine Zuchtwertvorhersage, den BLUP-Index, für Jagdeigenschaften zu berechnen. Der Index zeigt den genetischen Standard des Hundes für ein gewünschtes Merkmal. Bei der Berechnung werden alle von den Verwandten des Hundes erzielten Ergebnisse berücksichtigt, und es werden Korrekturen vorgenommen, um Faktoren wie das Wetter während einer Prüfung und das Alter des Hundes anzupassen, die sich auf die Ergebnisse auswirken. Der BLUP-Index legt den Mittelwert einer Rasse auf 100 fest. Eine Bewertung unter 100 ist schwächer als der Zuchtdurchschnitt und eine höhere Bewertung ist besser.

Die grundlegende Struktur des Finnischen Jagdhunds ist für einen Jagdhund ganz natürlich und die Rasse ist somit frei von Problemen, die mit strukturellen Besonderheiten verbunden sind. Die Überwachung erblicher Defekte und Krankheiten ist dennoch notwendig, um eine Vermehrung unerwünschter Tendenzen in der Zuchtpopulation zu verhindern.

Eine Krankheit, die die Rasse betrifft, ist zerebelläre Ataxie. Ein genetischer Test wurde für diesen Zustand entwickelt und wird verwendet, um die Geburt von kranken Welpen zu verhindern, indem die Paarung von zwei Individuen vermieden wird, die das Ataxie-Gen tragen. Ein Träger kann mit einem Hund gepaart werden, der eine Ataxie-normale genetische Verfassung hat.

Die Rasse leidet an Herzerkrankungen (Kardiomyopathie), Lymphomen, schwarzer Haarfollikeldysplasie und atopischer Dermatitis. Diese Krankheiten sind Gegenstand der universitären Forschung, die in Zusammenarbeit mit dem Zuchtverband durchgeführt wird. Es gibt auch ein gewisses Auftreten von Hüftdysplasie, die mit Hilfe eines Hüft-Index überwacht werden kann. Das Ziel ist, dass der Hüfte-Index-Durchschnitt der Mutter und des Vaters in den meisten Paarungen 100 übersteigt.

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