Grosser griffon vendéen

FCI-Standard Nº 282

Ursprung
Frankreich
Übersetzung
Frau Michèle Schneider / Offizielle Originalsprache (FR)
Gruppe
Gruppe 6 Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen
Sektion
Sektion 1.1 Grosse Laufhunde
Arbeitsprüfung
Mit Arbeitsprüfung
Endgültigen Anerkennung der Rasse durch die FCI
Dienstag 08 April 1969
Publikation des gültigen offiziellen Standards
Samstag 09 Januar 1999
Letzten Aktualisierung
Freitag 15 Oktober 1999
En français, cette race se dit
Grand griffon vendéen
In English, this breed is said
Grand griffon vendéen
En español, esta raza se dice
Gran Grifón Vendeano
In het Nederlands, wordt dit ras gezegd
Grand griffon vendéen

Verwendung

Laufhund für die Büchsenjagd, manchmal zur Hetzjagd, auf Hochwild, Hirsch, Reh, Wildschwein und Fuchs, meist in der Meute oder einzeln als Spürhund.

Kurzer geschichtlicher abriss

Ursprünglich gab es nur den Grossen Vendéen. Es handelte sich um einen kurzhaarigen Schlag aus der Vendée, der von den sogenannten "Kanzlerhunden" (der Begründer der Rasse war königlicher Kanzler) oder von den weissen Hunden des Königs abstammte. Zu seiner Herkunft darf der Hinweis auf die Griffon fauves der Bretagne nicht fehlen, die zu einem guten Teil in das Blut der "Kanzlerhunde" eingingen. Auch die Gris de Saint-Louis und die Griffons de Bresse (Abkömmlinge von Segusiernachkommen) trugen zur Schaffung des Grossen Griffon bei.

Allgemeines erscheinungsbild

Hund alter Rasse von französischem Typ; gelehrig und entschlossen; edel in Gestalt und Bewegung; gut proportioniert gebaut, kräftig, ohne schwerfällig zu wirken.

Verhalten / charakter (wesen)

Er besitzt eine feine Nase und ein schönes Geläut; eifrig auf der Fährte, scheut nicht vor Dornenhecken; braucht weiträumiges Gelände. Gehorsam, aber eigensinnig und voller Passion; braucht eine gute Führung.

Kopf

Oberkopf

Schädel
Von vorn gesehen ziemlich gewölbt, aber zwischen den Ohren nicht zu breit. 
Stop
Leicht betont.

Facial region

Nasenschwamm
Kräftig, schwarz, ausgenommen bei weiss-orangefarbenem Haarkleid, wo ein brauner Nasenschwamm toleriert wird; gut geöffnete Nasenlöcher.
Fang
Gleich lang wie der Schädel; kräftig; gerade oder leicht gewölbter Nasenrücken.
Lefzen
Ziemlich überhängend, bedecken sie gut den Unterkiefer und geben dem Fang ein quadratisches Profil; sie sind von starkem Bart bedeckt.
Kiefer / Zähne
Scherengebiss; Schneidezähne recht winklig im Kiefer eingesetzt.
Augen
Von dunkler Farbe; gross und lebhaft; die Augenbrauen sind gut ausgeprägt, ohne jedoch das Auge zu verdecken. Die Bindehaut darf nicht sichtbar sein.
Ohren
Typisch für einen französischen Laufhund : weich, schmal und dünn; mit langem Haar besetzt und in einem länglichen Oval endend; gut nach innen gedreht; tief, unterhalb der Augenlinie angesetzt; muss über den Nasenschwamm hinaus reichen können.

Hals

Elegant, ohne Wamme.

Körper

Rücken
Fest; gerade oder sehr leicht ansteigend.
Lenden
Gut bemuskelt.
Brust
Nicht zu breit, ziemlich tief, bis auf Ellbogenhöhe herabreichend.
Rippen
Rippen mittelmässig gewölbt und lang.
Flanke
Ziemlich aufgezogen, aber gut ausgefüllt.

Rute

Sie ist am Ansatz dick und verjüngt sich allmählich; hoch angesetzt, als Säbelrute getragen, nie jedoch als Sichelrute; ziemlich lang.

Gliedmassen

Vorderhand

Allgemeines
Kräftig.
Schultern
Lang, trocken und schräg.
Ellenbogen
Am Körper anliegend.
Unterarm
Von kräftigem Knochenbau, gerade.

Hinterhand

Allgemeines
Solid gebaut. Hüfthöcker sichtbar.
Oberschenkel
Lang und muskulös.
Sprunggelenk
Breit und recht tief gestellt; von hinten betrachtet weder kuhhessig noch fassbeinig; im Profil betrachtet mittelmässig gewinkelt.

Pfoten

Nicht zu kräftig; harte Ballen, Zehen gut gewölbt und eng aneinanderliegend; kräftige Krallen. Gute Pigmentation von Ballen und Krallen ist erwünscht.

Gangwerk

Geschmeidig, gleichmässig, kraftvoll.

Haut

Nicht zu dünn, geschmeidig. Bei dreifarbigen Hunden oft marmoriert. Ohne Wamme.

Coat

Haar
Lang, aber nicht übermässig, manchmal buschig und rauh (grob und hart); reichliche Unterwolle; Bauch und Innenseite der Schenkel dürfen nicht kahl sein; gut ausgeprägte Augenbrauen, die jedoch das Auge nicht verdecken dürfen.
Farbe
Schwarz mit weisser Scheckung (weiss-schwarz); schwarz mit falbfarbenen Abzeichen (schwarz-rot); schwarz mit sandfarbenen Abzeichen; falbfarben mit weisser Scheckung (weiss-orange); falbfarben mit schwarzem Mantel und weisser Scheckung (tricolor); falbfarben schwarz gewolkt; sandfarben schwarz gewolkt mit weisser Scheckung; sandfarben schwarz gewolkt.
Herkömmliche Bezeichnungen : Hasenfarbe, Wolfsfarbe, Dachsfarbe oder Wildschweinfarbe.

Grösse und gewicht

Widerristhöhe
Rüden : von 62 cm bis 68 cm, Hündinnen : von 60 cm bis 65 cm, mit einer Toleranz von 1 cm mehr oder weniger.

Fehler

• Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist, und seine Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen.
• Fehler sollten nach Grad der Schwere aufgenommen werden.

Allgemeine Fehler

Kopf :
 Zu kurz.
 Flacher Schädel.
 Kurzer Fang.
 Nasenschwamm, Lefzen oder Lider depigmentiert.
 Zangengebiss.
 Helle Augen.
 Behang hoch angesetzt, kurz, ungenügend eingerollt oder zu wenig behaart.
Körper :
 Mangel an Volumen.
 Schwerfälliges Aussehen.
 Rücken nicht straff genug.
 Kruppe abgeschlagen.
Rute :
 Verdreht.
Gliedmassen :
 Ungenügender Knochenbau.
 Zu steile Winkelung.
 Zu engstehende Sprunggelenke.
 Durchgetretene Pfoten.
 Durchgetretene Fusswurzel.
Haar :
 Dünn, nicht genügend dicht.
Verhalten:
 Scheuheit.

Disqualifizierende fehler

 Aggressive oder űbermässig ängstliche Hunde.
 Mangel an Typ.
 Vor- oder Rückbiss.
 Birkaugen; verschiedenfarbige Augen.
 Brustbeinregion nicht geräumig genug : nach unten hin sich verengende Rippen.
 Knotenrute.
 Wolliges Haar.
 Einfarbig schwarzes oder weisses Haarkleid.
 Ausgeprägte Depigmentierung.
 Grösse ausserhalb des Standards.
 Fehler, die zu einer merklichen Behinderung führen.
 Anatomische Missbildungen.

NB :

• Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
• Die in starker Ausprägung oder gehäuft vorkommenden oben angeführten Fehler sind ausschließend.
• Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
• Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.

Bibliografie

http://www.fci.be/

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