Maremmen Abruzzen Schäferhund

FCI-Standard Nº 201

Ursprung
Italien
Übersetzung
Frau Michèle Schneider
Durch den VDH überprüft / Offizielle Originalsprache (EN)
Gruppe
Gruppe 1 Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
Sektion
Sektion 1 Schäferhunde
Arbeitsprüfung
Ohne Arbeitsprüfung
Endgültigen Anerkennung der Rasse durch die FCI
Dienstag 13 März 1956
Publikation des gültigen offiziellen Standards
Montag 25 September 2023
Letzten Aktualisierung
Donnerstag 18 Januar 2024
En français, cette race se dit
Berger de la Maremme et des Abruzzes
In English, this breed is said
Maremma and the Abbruzes sheepdog
En español, esta raza se dice
Perro de pastor de la Maremma y de los Abruzos
In het Nederlands, wordt dit ras gezegd
Berghond van de Maremmen en Abruzzen
In seinem Herkunftsland heißt er

Cane da Pastore Maremmano-Abruzzese

Verwendung

Als Schäferhund wird er vor allem zum Beschützen der Herden und zum Bewachen der Besitztümer verwendet.

Kurzer geschichtlicher abriss

Diese alte Schäferhundrasse geht auf Herdenschutzhunde zurück, die heute noch in den Abruzzen verwendet werden, wo die Schafzucht auch in unseren Tagen noch mit Erfolg betrieben wird, und auf die Hunde der Hirten, die vormals in den Maremmen der Toskana und der Latiums lebten. Besonders nach 1860 begünstigte die Transhumanz der Herden von der einen Region in die andere eine natürliche Vermischung der beiden ursprünglichen Rassen.

Allgemeines erscheinungsbild

Der Maremmen-Abruzzen-Schäferhund ist ein grossformatiger Hund, kräftig gebaut, von rustikalem Aussehen, dennoch majestätisch und typvoll. Seine Gestalt ist bei mittleren Proportionen die eines schweren Hundes, dessen Rumpf länger ist als die Widerristhöhe; er ist harmonisch gebaut, sowohl in Bezug auf die Grösse (Heterometrik = normale Verhältnisse zwischen der Grösse und den verschiedenen Körperteilen) als auch bezüglich der Profile (Alloidismus = Konkordanz zwischen Kopf – und Körperprofil).

Wichtige proportionen

Die Kopflänge beträgt 4:10 der Widerristhöhe; die Fanglänge ist etwas kürzer als die Schädellänge; die Rumpflänge übertrifft die Widerristhöhe um 1:18.
Die Brusttiefe beträgt etwas weniger als die halbe Widerristhöhe.

Verhalten / charakter (wesen)

Seine Hauptaufgabe als Wach- und Schutzhund für die Herden und alles Hab und Gut äussert sich in der Art, wie er übertragene Aufgaben mit Umsicht, Mut und Entschlossenheit ausführt. Obwohl stolz und jeglicher Unterwürfigkeit abgeneigt erweist er doch seinem Herrn und seiner Umgebung eine ergebene Anhänglichkeit.

Kopf

Oberkopf

Kopf
In seiner Gesamtform ist der grosse und flache Kopf konisch und erinnert an den eines Eisbären.
Schädel
Der Schädel ist recht breit, mit leicht gewölbten Seitenpartien. Im Profil ist er ebenfalls konvex. Die oberen Begrenzungslinien von Schädel und Nasenrücken sind leicht divergent, was die Konvexität des Profils bedingt. Die Augenbrauenbogen sind mässig ausgebildet, die Stirnmittelfurche ist wenig ausgeprägt. Die Scheitelleiste ist kaum sichtbar. 
Stop
Der Stirnabsatz soll nur wenig betont sein. Der Winkel Nasenrücken-Stirn ist stets weit geöffnet.

Facial region

Nasenschwamm
Ziemlich gross, auf der gleichen Linie wie der Nasenrücken, mit grossen Nasenöffnungen, feucht und frisch, schwarz pigmentiert. Von der Seite betrachtet darf er nicht über die Vorderfront der Lippen vorstehen.
Fang
Er ist um 1/10 kürzer als der Schädel. Im Bereich des Lefzenwinkels gemessen muss seine Tiefe seiner halben Länge entsprechen. Nach vorne hin nimmt seine Breite infolge der Konvergenz der Fangseiten fortlaufend ab, es bleibt aber dennoch eine Plane Vorderfläche übrig; Die Region unterhalb der Augen ist leicht gemeisselt.
Lefzen
Die oberen Lefzen bilden, von vorne gesehen, mit ihrem unteren Rand dort wo sie zusammenschliessen einen Halbkreis mit sehr kleinem Radius. Sie sind wenig entwickelt und bedecken gerade knapp die Zähne des Unterkiefers; so ist auch der Lefzenwinkel wenig ausgeprägt. Dies hat zur Folge, dass das untere seitliche Profil des Fangs nur in seinem vorderen Teil von den Lefzen bestimmt wird; im hinteren Teil geschieht dies durch den Unterkiefer und den Lefzenwinkel. Die Lefzenränder sind schwarz pigmentiert.
Kiefer / Zähne
Robustes Aussehen, normal entwickelt, mit senkrecht eingesetzten und gleichmässig ausgerichteten Schneidezähnen, von richtiger Grösse und in kompletter Anzahl. Die Zähne sind weiss, kräftig; Scherengebiss.
Wangen
Mässig sichtbar.
Augen
Nicht gross im Verhältnis zur Grösse des Hundes; die Farbe der Iris ist ocker oder dunkelkastanienbraun. Auge in seitlicher Position; Augapfel weder tiefgebettet noch hervortretend; Aufgeweckter und aufmerksamer Ausdruck. Lidöffnung mandelförmig mit schwarzen Lidrändern.
Ohren
Sie sind hoch über dem Jochbeinbogen angesetzt und hängend, aber sehr beweglich. Sie sind dreieckig (V-förmig); ihr Ende läuft spitz zu und ist nie abgerundet; im Verhältnis zur Grösse des Hundes sind sie klein. Bei einem Hund mittlerer Grösse darf ihre Länge 12 cm nicht überschreiten. Der Ohr-Ansatz ist mässig breit. Das Kupieren der Ohren wird nur bei Hunden toleriert, die tatsächlich als Herdengebrauchshund eingesetzt sind.

Hals

Das obere Profil ist leicht gebogen. Seine Länge beträgt höchstens 8/10 der Kopflänge, d.h. der Hals ist immer kürzer als der Kopf. Er ist dick, sehr kräftig und muskulös, stets ohne Wamme und von langem, dichtem Haar bedeckt, das, besonders beim Rüden einen gut sichtbaren Kragen bildet.

Körper

Allgemeinheit
Der Rumpf ist kräftig gebaut, seine Länge übertrifft die Widerristhöhe um 1/8.
Obere Profillinie
Sie verläuft gerade vom Widerrist bis zur Kruppe, welche jedoch leicht abfällt.
Widerrist
Etwas aus der Rückenlinie heraustretend; er ist breit, da die beiden Schulterblattspitzen auseinander liegen.
Rücken
Im Profil geradlinig; seine Länge erreicht etwa 32% der Widerristhöhe.
Lenden
Die Rückenlinie fliesst harmonisch in die Lendenpartie über, welche ein leicht gewölbtes Profil mit gut in die Breite entwickelten Muskeln aufweist. Die Länge der Lenden beträgt 1/5 der Widerristhöhe, ihre Breite entspricht ungefähr ihrer Länge.
Kruppe
Breit, kräftig und gut bemuskelt. Ihre Neigung zwischen Hüfte und Rutenansatz beträgt ca. 20° zur Horizontalen; dieser Wert steigt auf 30° und mehr, wenn man die Linie Ilium-Ischium zugrunde legt : aus diesem Grunde muss die Kruppe des Maremmen-Abruzzen Schäferhundes als steil bezeichnet werden.
Brust
Sie ist geräumig, bis auf Ellbogenhöhe herabreichend, tief und im mittleren Bereicht gut gewölbt. Ihr Umfang muss die Widerristhöhe um etwa ¼ übertreffen; auf halber Brusthöhe beträgt die grösste Breite mindestens 32% der Widerristhöhe und nimmt dann zunehmend nach unten hin ab, bleibt aber bis in die Brustbeingegend recht geräumig. Die Brusttiefe muss der halben Widerristhöhe entsprechen.
Rippen
Die Rippen sind gut gewölbt, liegen schräg und weit auseinander; die letzten falschen Rippen sind lang, schräg und gut geöffnet.
Untere Profillinie und Bauch
Das Profil Brustbein-Bauch ist gekennzeichnet durch eine lange Brustbeinpartie in Form eines Halbkreisbogens mit sehr grossem Radius, welcher zum Bauch hin sanft ansteigt.

Rute

Infolge der steilen Kruppe tief angesetzt; bei normaler Haltung reicht sie über das Sprunggelenk. Während sie in der Ruhestellung herabhangt, wird sie in der Bewegung in Höhe der Rückenlinie getragen und ist am Ende ziemlich stark aufgebogen. Sie ist gut mit dichtem Haar versehen, ohne Fransen.

Gliedmassen

Vorderhand

Allgemeines
Von vorne und von der Seite betrachtet ganz gerade und senkrecht gestellt. Insgesamt gut proportioniert zum Körper; die einzelnen Teile der Vordergliedmassen passen harmonisch zueinander.
Schultern
Lang, schräg und mit kräftiger Muskulatur; sie muss in ihren Bewegungen sehr frei sein. In der Länge misst sie ungefähr ein Viertel der Widerristhöhe. Ihre Neigung zur Horizontalen beträgt 50° bis 60°.
Oberarm
In seinen beiden oberen Dritteln gut am Körper anliegend, mit kräftiger Muskulatur versehen. Seine Neigung zur Horizontalen bewegt sich zwischen 55° und 60°; seine Länge beträgt ca. 30% der Widerristhöhe. Seine Lage ist nahezu parallel zur Medianebene des Körpers. Die Winkelöffnung Schulterblatt-Oberarmbein bewegt sich zwischen 105° und 120°.
Ellenbogen
Normal an der Brust anliegend, von weicher und lockerer Haut bedeckt. Sie müssen parallel zur Medianebene des Körpers liegen; der Ellbogenhöcker muss sich auf einer gedachten Senkrechten befinden, der von der hinteren Schulterblattecke ausgeht. Die Winkelöffnung Oberarmbein-Speiche bewegt sich zwischen 145° und 150°.
Unterarm
Gerade und senkrecht, mit kräftigem Knochenbau. Er ist etwas länger als der Oberarm und nur etwas kürzer als ein Drittel der Widerristhöhe. Die Länge der Vordergliedmassen vom Boden bis zum Ellbogen beträgt 52,8 % der Widerristhöhe.
Vorderfusswurzelgelenk
Liegt in der senkrechten Verlängerung des Unterarms. Kräftig, trocken, glatt und von guter Stärke; das Erbsenbein tritt deutlich hervor.
Vordermittelfuss
Keinesfalls kürzer als 1/6 der Gesamtlänge der Vordergliedmasse. Er ist sehr trocken, mit einem Minimum an Unterhautgewebe. Im Profil besehen ist er leicht nach vorne schräg gestellt.
Vorderpfoten
Gross, rundlich, mit geschlossenen Zehen, kurz und dicht behaart. Krallen vorzugsweise schwarz, kastanienbraun wird toleriert.

Hinterhand

Allgemeines
Sowohl von vorne als auch von der Seite betrachtet, korrekt senkrecht gestellt. Insgesamt gut proportioniert zum Körper; die einzelnen Teile der Hintergliedmassen passen harmonisch zueinander.
Oberschenkel
Lang, breit mit hervortretenden Muskeln und mit leicht konvex gewölbtem hinteren Rand. Seine Breite, von Rand zu Rand gemessen, erreicht ¾ seiner Länge. Von oben nach unten und von hinten nach vorne ist er ein wenig geneigt. Der Winkel Hüftbein-Oberschenkelbein beträgt ungefähr 100°.
Unterschenkel
Er ist etwas kürzer als der Oberschenkel; seine Länge entspricht 32,5% der Widerristhöhe. Seine Neigung zur Horizontalen beträgt etwa 60°. Der Knochenbau ist kräftig, die Bemuskelung trocken, die Unterschenkelauskehlung sehr ausgeprägt.
Knie
Es liegt völlig in der senkrechten Linie der Gliedmasse, weder nach aussen noch nach innen gedreht. Der Winkel Oberschenkelbein-Schienbein ist ziemlich weit geöffnet und bewegt sich zwischen 135° und 140°.
Hintermittelfuss
Kräftig, trocken und breit, weder zu lang noch zu kurz.
Das Auftreten von Afterkrallen wird toleriert
Sprunggelenk
Von guter Stärke. Seine Aussenseiten sind sehr breit. Der Sprunggelenkwinkel bewegt sich zwischen 140° und 150°.
Hinterpfoten
Wie die Vorderpfoten, jedoch mehr oval.

Gangwerk

Langer Schritt und verlängerter Trab.

Haut

Am ganzen Körper gut anliegend; eher dick. Schleimhäute und Nickhaut schwarz pigmentiert, ebenso die Sohlen- und Zehenballen.

Coat

Haar
Sehr reiches Fell. Lange Haare, eher rau beim Berühren; gut am Körper anliegend ähnelt es einem steifen Rossmähnenhaar; eine leichte Wellung wird toleriert. Das Haar formt einen beachtlichen Halskragen und mässig lange Fransen am hinteren Rand der Gliedmassen. Es ist jedoch kurz auf Schnauze, Schädel, Ohren und der Vorderseite der Gliedmassen. Auf dem Rumpf erreicht das Haar eine Länge von 8 cm. Unterwolle ist nur im Winter reichlich vorhanden.
Farbe
Uniweiss. Die Tönungen Elfenbein, Blassorange oder Zitrone werden toleriert, aber nur in beschränktem Masse.

Grösse und gewicht

Widerristhöhe
Rüden von 67 bis 73,5 cm, Hündinnen von 62 bis 70 cm.
Gewicht
Rüden von 40 bis 52 kg, Hündinnen von 35 bis 45 kg.

Fehler

• Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist, und seine Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen.
• Fehler sollten nach Grad der Schwere aufgenommen werden.

Disqualifizierende fehler

 Kopf Konvergenz der Begrenzungslinien von Schädel und Fang.
 Ausgeprägter oder entstellender Vorbiss.
 Rute über dem Rücken eingerollt getragen.
 Grösse Über oder unter den vom Standard vorgegebenen Massen.
 Hund, der andauernd im Passgang läuft.

Fehler der Nicht-Bestätigung

 Aggressive oder ängstliche Hunde.
 Nasenspiegel : Vollständig depigmentiert.
 Nasenrücken : Deutlich gewölbt oder konkav.
 Augen : Mässige oder beidseitige Depigmentierung der Lider.
 Birkauge.
 Beidseitiges Schielen.
 Rückbiss.
 Rute Schwanzlosigkeit oder Stummelschänzigkeit, gleichgültig ob angeboren oder erworben.
 Haar Gelockt.
 Isabellfarbenes Haarkleid.
 Deutlich abgesetzte isabell.
 Oder elfenbeinfarbene Flecken.
 Schwarze Tönungen.

NB :

• Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
• Die in starker Ausprägung oder gehäuft vorkommenden oben angeführten Fehler sind ausschließend.
• Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
• Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.

Bibliografie

http://www.fci.be/

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