Niederländischer Schapendoes

FCI-Standard Nº 313

Ursprung
Niederlande
Übersetzung
Harry G.H. Hinckeldeyn und Dr. J.-M. Paschoud
Gruppe
Gruppe 1 Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
Sektion
Sektion 1 Schäferhunde
Arbeitsprüfung
Ohne Arbeitsprüfung
Endgültigen Anerkennung der Rasse durch die FCI
Freitag 17 Mai 1991
Publikation des gültigen offiziellen Standards
Donnerstag 26 März 1992
Letzten Aktualisierung
Mittwoch 14 April 1999
En français, cette race se dit
Schapendoes neerlandais
In English, this breed is said
Dutch Schapendoes
En español, esta raza se dice
Schapendoes neerlandés
In het Nederlands, wordt dit ras gezegd
Nederlandse Schapendoes

Verwendung

Der Niederländische Schapendoes ist ein Herdenhund, der zum Hüten von Schafherden gebraucht wurde und noch heute gebraucht wird. Da die Weiden für Schafe vornehmlich in den ruhigen, einsamen Gegenden des Landes liegen, ist es nötig, dass der Schapendoes über eine grosse Ausdauer, Wendigkeit und Schnellig- keit verfügt. Grosse Sprungkraft ist dabei notwendig sowie Intelligenz, um selbständig handeln zu können. Er muss ein Herdenhund sein in Charakter, Leib und Seele.

Kurzer geschichtlicher abriss

Ende letzten und anfangs dieses Jahrhunderts kam der Niederländische Schapendoes in den Niederlanden überall dort vor, wo es Heiden und Schafherden gab. Die Hirten schätzten ihn wegen seiner unermüdlichen Arbeitsfreude und seiner Intelligenz. Er gehört in die vielfältige Gruppe der langhaarigen Hirtenhunde mit dicht behaartem Kopf. Er ist verwandt mit dem Bearded-Collie, dem Puli, dem Owczarek Nizinny, dem Bobtail, dem Briard, dem Bergamasker und dem deutschen Schafspudel in der Varietät, wie sie in Hessen, im Odenwald und am Niederrhein vorkommt. Alle diese ähnlichen Hunde sind verkleinerte Mutationen von Berghunden. Der Kynologe P.M.C. Toepoel ist der Begründer dieser Rasse. Im zweiten Weltkrieg verstand er es, für diese Rasse Interesse zu wecken.
Zwischen 1940 und 1945 wurde mit Exemplaren des beinahe verschwundenen Schapendoes gezüchtet, wo man ihn noch vorfand. Im Jahre 1945 begann man ernsthaft, die Rasse aufzubauen. Der Rasse-Club des Niederländischen Schapendoes wurde im Jahre 1947 gegründet, und 1952 kam es zur vorläufigen Anerkennung der Rasse durch den Raad van Beheer. 1954 wurde der Standard festgesetzt und mit der Führung eines Stammbuches begonnen. Die definitive Anerkennung erfolgte im Jahr 1971. Seither wird nur noch mit eingeschriebenen Hunden weiter gezüchtet.

Allgemeines erscheinungsbild

Der Niederländische Schapendoes ist ein leicht gebauter, langhaariger Hund mit einer Widerristhöhe zwischen 40 und 50 cm. Seine Bewegungen sind federnd und leichtfüssig; er ist ein bemerkenswerter Springer.

Verhalten / charakter (wesen)

Der Schapendoes ist ein normal und harmonisch gebauter Hirtenhund mit einem aufmerksamen und mutigen Charakter. Er ist intelligent, wachsam, fröhlich, lebhaft, freundlich und temperamentvoll. Gegenüber vertrauten Menschen entwickelt er grosse Zuneigung und Treue.

Kopf

Oberkopf

Kopf
Die üppige Behaarung macht den Kopf grösser, insbesondere breiter, und der Schädel erscheint viel tiefer als er ist.
Schädel
Beinahe flach mit mässiger Stirnfurche und stark betonten Augenbrauenbogen. Er ist ziemlich breit im Verhältn is zur Länge: die Breite ist ein wenig grösser als der Abstand zwischen dem Stop und dem Hinterhauptbein. 
Stop
Deutlich ausgebildet, aber nicht steil.

Facial region

Nasenschwamm
Die Nasenlinie liegt wenig tiefer als die Schädellinie.
Fang
Er ist kürzer als der Abstand zwischen dem Stop und dem Hinterhauptbein. Er wird wenig schmäler, bleibt tief und endet breit und nur leicht abgerundet. Von der Seite gesehen muss bei geschlossenem Fang der Unterkiefer deutlich zu sehen sein.
Kiefer / Zähne
Normal entwickeltes Scherengebiss.
Wangen
Stark vorspringende Jochbogen.
Augen
Die Augen sind ziemlich gross, rund, und liegen normal in der Augenhöhle. Sie sind mehr vorne am Kopf als seitlich placiert. Die Farbe ist braun; die Augen sollten nicht den Eindruck erwecken, schwarz zu sein. Das Weisse des Auges sollte nur bei starkem Seitwärtsblicken sichtbar sein. Der Ausdruck ist offen, ehrlich und lebendig. Form, Farbe und Ausdruck sind charakteristisch für die Rasse.
Ohren
Diese sind ziemlich hoch angesetzt, nicht gross, nicht fleischig, und hängen frei, aber nicht am Kopf herab. Sie sind lang behaart und beweglich, sollen aber die Schädellinie nie überschreiten.

Hals

Der Kopf wird durch einen starken und trockenen Hals hoch getragen.

Körper

Allgemeinheit
Der Schapendoes ist ein wenig länger als hoch. Das Skelett ist leicht, biegsam und elastisch.
Obere Profillinie
Sie ist über der stark muskulösen Lendengegend gewölbt.
Brust
Tief. Die Rippen sind mässig bis gut gewölbt und reichen weit nach hinten.
Untere Profillinie und Bauch
Nicht zu stark aufgezogen.

Rute

Die Rute ist lang, gut behaart und befedert. Die Art und Weise, wie der Hund seine Rute trägt, ist für die Rasse charakteristisch. In der Ruhe hängt sie tief. Im Trab wird die Rute ziemlich hoch getragen und schwingt gebogen deutlich hin und her. Im Galopp streckt sie sich waagrecht. Beim Springen dient die Rute unverkennbar zum Steuern. Wenn der Hund aufmerksam ist, ist die Rute manchmal stark aufgerichtet. Sie sollte jedoch nie steif über dem Rücken getragen werden.

Gliedmassen

Vorderhand

Allgemeines
Die Vorderläufe sind gerade und leicht gebaut. Die gute Winkelung der Vorderläufe soll die Vorbrust betonen.
Vordermittelfuss
Elastisch.

Hinterhand

Becken
Gut schrägliegend.
Hintermittelfuss
Kurz.
Sprunggelenk
Mässig gewinkelt, gut bemuskelt.

Pfoten

Die Pfoten sind ziemlich gross und elastisch; sie haben eine breite, ovale Form. Die Zehen sind eng aneinanderliegend. Die Ballen sind dick und elastisch mit reichlich Haar dazwischen. Afterkrallen sind erlaubt.

Gangwerk

Da der Schapendoes bei seiner Arbeit mehr galoppiert als trabt, muss seine Gangart leichtfüssig und federnd sein, ohne überflüssigen Energieverbrauch. Er muss gut springen und schnell wenden können.

Coat

Haar
Der Schapendoes hat ein dichtes Haarkleid mit genügend Unterhaar. Die Haare sind lang, gut 7 cm oder mehr im Bereich der Hinterhand. Sie sind nicht glatt, sondern leicht gewellt. Ausgesprochenes Kraushaar ist nicht zulässig. Die Haare wachsen dicht aneinander, sie sind dünn und trocken, vor allem aber nicht seidig. Das Haarkleid hat die Neigung, da, wo es lang ist, in Büscheln abzustehen, wodurch der Schapendoes, besonders hinten, einen grossen Umfang kriegt. Der Schapendoes hat einen mächtigen Haarschopf, Schnauz und Bart.
Farbe
Alle Farben sind zulässig. Bevorzugt wird jedoch ein Blaugrau bis Schwarz.

Grösse und gewicht

Widerristhöhe
Für Rüden : 43 - 50 cm. Für Hündinnen : 40 - 47 cm.

Fehler

• Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist, und seine Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen.
• Fehler sollten nach Grad der Schwere aufgenommen werden.

Disqualifizierende fehler

 Aggressive oder űbermässig ängstliche Hunde.
 Ein Schapendoes, der sich im Ring ängstlich oder (und) aggressiv verhält, wird weder placiert noch qualifiziert.

NB :

• Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
• Die in starker Ausprägung oder gehäuft vorkommenden oben angeführten Fehler sind ausschließend.
• Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
• Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.

Bibliografie

http://www.fci.be/

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