Polnischer Windhund

FCI-Standard Nº 333

Ursprung
Polen
Übersetzung
Frau Michèle Schneider
Gruppe
Gruppe 10 Windhunde
Sektion
Sektion 3 Kurzhaarige Windhunde
Arbeitsprüfung
Ohne Arbeitsprüfung
Endgültigen Anerkennung der Rasse durch die FCI
Donnerstag 01 März 2001
Vorläufigen Anerkennung durch die FCI
Dienstag 13 Juni 1989
Publikation des gültigen offiziellen Standards
Freitag 01 Oktober 1999
Letzten Aktualisierung
Freitag 01 Oktober 1999
En français, cette race se dit
Lévrier polonais
In English, this breed is said
Polish Greyhound
En español, esta raza se dice
Lebrel polaco
In het Nederlands, wordt dit ras gezegd
Poolse Windhond
In seinem Herkunftsland heißt er

Chart Polski

Verwendung

Zur Jagd auf Feldhase, Fuchs, Reh und Trappe, aber auch zur Wolfsjagd verwendet.

Kurzer geschichtlicher abriss

Die Anwesenheit des Chart Polski in Polen ist seit dem XIII. Jahrhundert belegt; es handelt sich wahrscheinlich um Nachkommen asiatischer Windhunde vom Typus Saluki. Da der Barzoi im XVI. Jahrhundert vor der Regierungszeit des Zaren Iwan des Schrecklichen unbekannt war, ist es unmöglich, dass der Chart Polski aus einer Kreuzung zwischen Greyhound und Barzoi entstanden ist, wie der russische Autor Sabaniejew behauptet hat. Die Erwähnung des polnischen Windhundes in der Literatur, insbesondere in der Jagdliteratur, ist häufig und die Darstellungen in der Ikonographie sind auffallend einheitlich. Dieses gleichförmige Aussehen des polnischen Windhundes auf Zeichnungen und Gemälden zeigt, dass trotz verschiedener Einkreuzungen das ursprüngliche äussere Erscheinungsbild der Rasse bis zum Ende des XIX. Jahrhunderts unverändert geblieben ist.

Allgemeines erscheinungsbild

Der Polnische Windhund ist ein Hund von grossem Wuchs, kraftstrotzend, muskulös, deutlich stärker und nicht so fein in den Körperformen wie die anderen kurzhaarigen Windhunde; doch darf er weder plump noch träge sein. In seiner Erscheinung gleicht er dem Typ des asiatischen Windhundes, der sein Urahn ist.
Starker Knochenbau, kurz gefügter Körper, deutlich sichtbare Muskulatur und mächtige Kiefer zeugen davon, dass dieser Hund unter den schwierigen Bedingungen des polnischen Klimas zur Jagd benutzt wurde. Die ausdrucksstarken Augen und der aufgeweckte, durchdringende Blick spielen eine wichtige Rolle in der Erscheinung des Polnischen Windhundes.

Wichtige proportionen

Das Verhältnis zwischen Körperlänge und Widerristhöhe soll 10,2 bis 10,3 : 10 betragen.

Verhalten / charakter (wesen)

Der Polnische Windhund ist selbstbewußt, sicher, zurückhaltend und mutig. Bei der Verfolgung ist er schnell, sehr geschickt und ausdauernd. In Aktion reagiert er schnell und heftig.

Kopf

Oberkopf

Kopf
Kräftig, trocken und lang.
Bei den Rüden liegt das Verhältnis von Kopflänge zur Widerristhöhe bei 37-39 : 100, bei den Hündinnen 36 - 38 : 100.
Das Verhältnis zwischen Fanglänge und Länge des Schädels liegt bei 1 : 1, aber der Fang kann geringfügig länger sein.
Die Kopfbreite in Höhe des Jochbeins verhält sich zur Kopflänge ungefähr wie 38 : 100.
Das gewünschte Verhältnis zwischen Fangumfang vor den Augenhöhlen zur Kopflänge liegt ungefähr bei 80 : 100.
Schädel
Das Schädeldach ist flach, die Stirnfurche wenig betont und vorzugsweise 5 mm tief; Stirnvorsprünge und Augenbrauenwulst wenig betont. Die seitliche Begrenzungslinie des Schädels soll vollkommen mit der seitlichen Begrenzungslinie des Fangs verschmelzen. 
Stop
Sehr wenig betont.

Facial region

Nasenschwamm
Schwarz oder von dunkler Farbe, gross, über die Lippen vorstehend.
Fang
Kräftiger Fang, der sich zur Nase hin so sanft verschmälert, dass er nicht den Eindruck vermittelt, er wäre spitz, sondern für einen Windhund eher stumpf. Der Nasenschwamm ist vorzugsweise etwas tiefer gelegen als die Profillinie des Nasenrückens. Die oberen Begrenzungslinien von Schädel und Fang sind leicht divergierend.
Lefzen
Über die ganze Länge gut abgesetzt, ohne Übertreibung trocken; am Beginn des Fangs dürfen sie eine sehr kleine Falte bilden, die die pigmentierten Ränder der Unterlippe bedeckt. Sie sind aber nie lose hängend und verdecken nicht den Unterkiefer.
Kiefer / Zähne
Starke Kiefer und Zähne. Scherengebiss, Zangengebiss wird akzeptiert.
Augen
Dunkle Augen erwünscht; je nach Fellfarbe ist die Iris dunkelbraun bis bernsteinfarben. Augen ausdrucksvoll, ziemlich gross, leicht schräg (mandelförmig). Der Ausdruck der Augen muss rassetypisch sein : aufgeweckt und durchdringend.
Ohren
Von mittlerer Grösse, ziemlich schmal; legt man sie nach vorne um, muss die Ohrenspitze mit Leichtigkeit bis zu den inneren Augenwinkeln reichen. Der Ohransatz liegt in Höhe der Augen. Der Knorpel der Ohrmuschel ist ziemlich weich; die Ohren machen einen recht fleischigen Eindruck.
Die Ohren dürfen wie folgt getragen werden :
• nach hinten gefaltet, den Hals berührend,
• dachförmig,
• bei Erregung völlig aufgerichtet oder mit leicht nach vorne gekippter Spitze.

Hals

Lang, muskulös, kräftig, von ovalem Querschnitt; er steigt sanft vom Widerrist aus an; der Kopf wird ziemlich hoch getragen (in Ruhehaltung trägt der Polnische Windhund den Kopf etwas tiefer als der Greyhound).

Körper

Allgemeinheit
Im freien Stand soll die Widerristhöhe der am höchsten Punkt der Kruppe gemessenen Körperhöhe entsprechen.
Obere Profillinie
Über dem Brustkorb gerade; die Lendenpartie ist sanft gewölbt. Bei Hündinnen ist es kein Fehler, wenn die obere Linie auch in der Lendenpartie nahezu gerade ist.
Widerrist
Klein, aber ausgeprägt.
Lenden
Breit, muskulös.
Kruppe
Schräg liegend, ziemlich sanft abfallend, lang, breit und muskulös; viel Abstand zwischen den Hüfthöckern (der Abstand zwischen den Hüfthöckern entspricht 12 - 14% der Widerristhöhe).
Brust
Brustkasten sehr geräumig und tief hinabreichend (der ideale Brustkasten reicht mit der Brustbeingegend bis zum Ellbobengelenk); von vorne gesehen ist er mässig weit; die hinteren Rippen sind deutlich gewölbt, jedoch nicht tonnenförmig. Die Rippen sind lang und liegen schräg zur Wirbelsäule. Langes Brustbein.
Untere Profillinie und Bauch
Aufgezogen.

Rute

Befedert, lang, am Ansatz kräftig, in Ruhestellung tief getragen; das Rutenende soll sichelförmig nach oben gebogen sein oder einen geschlossenen Ring bilden. In der Ruhe kann der Hund die Rute manchmal völlig gerade hängen lassen, aber nicht so ausgeprägt wie bei einer Kuh; in der Bewegung kann die Rute höher getragen werden, der Rutenansatz sollte aber nicht höher als die Lende getragen werden.

Gliedmassen

Vorderhand

Allgemeines
Vorderläufe lang, trocken, gut bemuskelt, mit recht wenig Abstand voneinander; von vorne gesehen stehen die Läufe parallel zueinander.
Unterarm
Lang; der Abstand von der Ellenbogenspitze zum Boden soll ungefähr 54 % der Widerristhöhe betragen; die Proportion muss so ausgeglichen sein, dass nicht der Eindruck übertriebener Hochbeinigkeit entsteht.
Vordermittelfuss
Leicht schräg zum Boden stehend.
Vorderpfoten
Oval; Zehen gut aneinander liegend und gewölbt.

Hinterhand

Allgemeines
Lang, gut bemuskelt, ziemlich gut gewinkelt, leicht nach hinten gestellt und etwas auseinanderstehend, allerdings deutlich weniger als beim Greyhound. Von hinten gesehen sind die Gliedmassen parallel.
Unterschenkel
Lang.
Sprunggelenk
Kräftig.
Hinterpfoten
Oval, aber etwas länger als die Vorderpfoten; Zehen eng aneinander liegend, kompakt.

Gangwerk

Die Bewegung muss fliessend und energisch sein; die zugehörige Winkelung der vorderen und der hinteren Gliedmassen erlaubt eine Vorwärtsstreckung der Glieder in freier, raumgreifender Bewegung, im Schritt ebenso wie im Trab. Langsam geführt, dürfen die Windhunde im Passgang gehen, sollen aber bei Steigerung des Tempos in die normale diagonale Schrittfolge zurückkehren. Eines der charakteristischen Merkmale ist die Bewegung der Hinterläufe: im kurzen Trab können die Hinterpfoten auf einer zentralen geraden Linie aufgesetzt werden; dies ist nicht fehlerhaft.

Haut

Gut anliegend, elastisch.

Coat

Haar
Beim Anfassen erscheint das Haar elastisch, ziemlich hart, nicht « drahtig », aber auch nicht seidig. Es ist auf dem Rumpf von unterschiedlicher Länge, im Allgemeinen etwas länger am Widerrist, auf den Seiten kürzer, am kürzesten am Brustbein und an den Gliedmassen. Der Bauch ist feiner und dünner behaart.
An der Rückseite der Hinterschenkel und an der gesamten Unterseite der Rute ist das Haar lang, bleibt aber auch hart; es bildet leichte Hosen und eine Bürste.
Farbe
Alle Fellfarben sind erlaubt. Lidränder und Nasenschwamm schwarz oder dunkel; wenn die Fellfarbe heller ist, d.h. blau oder beige, ist dementsprechend auch der Nasenschwamm blau oder beige.

Grösse und gewicht

Widerristhöhe
Das Idealmass für die Hündin ist eine Widerristhöhe von 68 - 75 cm, für den Rüden eine Widerristhöhe von 70 - 80 cm.
Exemplare, die grösser sind als das Idealmass, werden unter der Bedingung zugelassen, dass die rassetypische Morphologie erhalten bleibt. Eine etwas geringere Größe als vom Standard vorgegeben ist kein Disqualifikationsgrund, wenn nicht noch andere Fehler hinzukommen.

Fehler

• Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist, und seine Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen.
• Fehler sollten nach Grad der Schwere aufgenommen werden.

Allgemeine Fehler

Allgemeines Erscheinungsbild :
 Wesentliche Abweichung vom geforderten Verhältnis zwischen Körperlänge und Widerristhöhe.
 Zerbrechlicher Knochenbau, Schwäche.
 Schwache Muskulatur oder schwerfällige Konstitution.
Kopf :
 Stirnpartie zu stark gewölbt.
 Deutlich ausgeprägte Stirnfurche.
 Deutlich ausgeprägter Stop.
 Nase dünn, spitz.
 Nasenrücken zu stark gewölbt.
 Übertrieben entwickelte Lefzen.
 Schwache Kiefer.
 Rückbiss, Vorbiss; beträchtliches Fehlen von Zähnen (außer PM1).
 Vorstehende Augen.
 Flachliegende Ohren, die die Seiten des Kopfes berühren.
Hals :
 Kurz, dünn; übertrieben hoch getragener Kopf ebenso übertrieben tief getragener Kopf.
Körper :
 Bereits von den Brustwirbeln an gewölbter Rücken.
 Zu stark gewölbte Lende.
 Flacher Brustkasten, wenig herabreichend; kurzes Brustbein, Brustbeinspitze so weit zurückversetzt, dass sie von der Seite betrachtet hinter dem Vorderrand des Schulterblattes nicht sichtbar ist.
Rute :
 Vollständig über dem Rücken gekrümmte oder seitlich getragene Rute.
Vorderhand :
 Schroff abfallende Schulterblätter (steile Schulter).
 Angepresste oder abstehende Ellenbogen.
 Ausgedrehte Pfoten, deformierte Ballen.
Hinterhand :
 Zu schwache Winkelung.
 Kuhhessigkeit, Fassbeinigkeit.
 Gespreizte Pfoten.
Haut :
 Dicke, schlaffe Haut; wenig elastisch.
Haarkleid :
 Nasenschwamm und Lidränder rosafarben oder fleckig, ebenso eine Aufhellung der Farbe von Nasenschwamm und Lidrändern bei anderen Fellfarben als blau und beige.

Disqualifizierende fehler

 Aggressive oder űbermässig ängstliche Hunde.
 Unbegründete Aggressivität, übertriebene Schüchternheit, Schläfrigkeit.
 Kleine Augen, Lidspalte dreieckig.

NB :

• Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
• Die in starker Ausprägung oder gehäuft vorkommenden oben angeführten Fehler sind ausschließend.
• Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
• Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.

Bibliografie

http://www.fci.be/

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