Atlas Berghund (Aïdi)

FCI-Standard Nº 247

Ursprung
Marokko
Übersetzung
Frau Michèle Chauliac
Gruppe
Gruppe 2 Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde
Sektion
Sektion 2 Molossoide – Berghunde
Arbeitsprüfung
Ohne Arbeitsprüfung
Endgültigen Anerkennung der Rasse durch die FCI
Donnerstag 13 Juni 1963
Publikation des gültigen offiziellen Standards
Dienstag 25 März 2003
Letzten Aktualisierung
Mittwoch 04 Juni 2003
En français, cette race se dit
Chien de montagne de l'Atlas (Aïdi)
In English, this breed is said
Atlas mountain dog (Aïdi)
En español, esta raza se dice
Perro de montaña del Atlas (Aïdi)
In het Nederlands, wordt dit ras gezegd
Atlas Hond (Aïdi)
Diese Rasse ist auch bekannt als
Atlas Sheepdog
Berber
Chien de l’Atlas
Kabyle Dog
Atlas-Schäferhund
Ouled Nail
Shawia

Verwendung

Zum Schutz und Bewachen der Herde und den Besitz seines Herren.

Kurzer geschichtlicher abriss

Seit ewigen Zeiten gibt es den Atlashund in den Bergen und den Platos Nordafrikas. Heute gibt es eine grosse Anzahl im marokkanischen Atlasgebirge, woher der Standard seinen Ursprung hat. Verbunden mit Hirten und Halbnomaden des Bergmassivs. Der Atlasberghund ist berufen um Zelte, Hab und Gut seines Herrn zu beschützen und gegen Raubtiere zu verteidigen. Es gibt keinen Hütehund in den Atlasgebirgen. Der dort lebende marokkanische Hund hat nie eine Herde gehütet im Sinne des europäischen Hütehundes.

Allgemeines erscheinungsbild

Solider, sehr rustikaler Hund, der durch seine Stärke und Behändigkeit auffällt; er ist muskulös, nervig, kräftig aber ohne Schwerfälligkeit und mit einem buschigen Fell ausgestattet, der sowohl Schutz gegen die Sonne als auch gegen die Kälte in den Bergen seiner Heimat bietet. Dieses Fell bildet gleichzeitig einen Harnisch bei den Kämpfen gegen Schakale und andere Raubtiere die er zu bestehen hat. Sein Blick ist lebhaft, direkt und entschlossen, sowie es einem wachsamen Hund zukommt, der ständig dazu bereit ist seine Aufgabe als Beschützer gerecht zu werden. In einigen Gegenden herrscht der Brauch, bei Gebrauchshunden die Ohren ebenso die Rute zu kopieren.

Wichtige proportionen

• Körperlänge / Grösse (Widerristhöhe) 10 / 9
• Brusthöhe / Grösse (Widerristhöhe) 1 / 2
• Nasenrückenlänge / Kopflänge 11 / 24
• Schädellänge : Schädelbreite 1 / 1

Verhalten / charakter (wesen)

Zu seinem Herrn und Familienmitgliedern ist er sehr treu, anhänglich und führig, der Atlashund zeigt hervorragende Veranlagung als Wachhund, sowie als hervorragender Verteidiger. Immer wachsam schätzt er die Wichtigkeit der Gefahr und reagiert entsprechen ohne Angst.

Kopf

Oberkopf

Kopf
Kräftiger Kopf breit und gut zum gesamten Körper passend. Insgesamt hat er eine konische Form. Die Jochbeine sind nicht gemeisselt und verbinden Schädel und Fang flach und ohne Absatz.
Schädel
Der Schädel ist flach und breit, zeigt eine leichte Mittelfurche und der Hinterhauptshöcker ist, obwohl vorhanden, kaum wahrnehmbar.  
Stop
Wenig betont.

Facial region

Nasenschwamm
Schwarz und braun, passend zur Haarfarbe; er ist genügend breit und die Nasenlöcher sind genügend geöffnet.
Fang
Wie der gesamte Kopf kegelförmig; er ist etwas kürzer als der Schädel; der Stop ist leicht betont und schräg.
Lefzen
Trocken, anliegend, je nach Haarfarbe schwarz oder braun.
Kiefer / Zähne
Kiefer : Kräftig, gut eingesetzt, stabile, weisse und regelmässige Zähne.
Zähne : Zangengebiss (Schneidezähne übereinander). Oberes – oder Unteres Scherengebiss ohne Kontaktverlust der Schneidezähne ist geduldet.
Augen
Von mittlerer Grösse, von dunkler Farbe, entsprechend dem Haarkleid, von dunklem Bernstein bis goldigem braun. Die Lider leicht schräg und gut pigmentiert, erscheinen wie geschminkt bei hellem Haarkleid. Der Blick ist sehr lebhaft, aufmerksam und eindringlich.
Ohren
Mittellang, mit leicht gerundeten Spitzen; die Ohren sind schräg eingesetzt, so dass sie den Kopf gut freistellen; sie sind halbhängend und richten sich beim aufmerksamen Hund nach vorn, in Ruhestellung manchmal nach hinten geworfen.

Hals

Kräftig, muskulös ohne Wamme.

Körper

Obere Profillinie
Rückenlinie soll ein leicht überbautes Profil, jedoch keinen Senkrücken zeigen.
Rücken
Breit, gut bemuskelt, mässig lang folgt eine kräftige Lende, sehr bemuskelt und leicht gebogen.
Kruppe
Schräg, harmonisch
Brust
Ausreichend breit, sehr tief und gut herabgezogen, mindestens bis zu den Ellbogen reichend, leicht gewölbt.
Untere Profillinie und Bauch
Hinter den falschen Rippen aufgezogen, keinesfalls aber windhundartig.

Rute

Lang, mindestens bis zum Sprunggelenk reichend, sie ist in der Fortsetzung der Lendenlinie angesetzt, tief getragen in Ruhestellung herabhängend. Die Rute ist sehr buschig und ihre reichen Haare ist ein Zeichen für Reinrassigkeit. In der Bewegung wird die Rute freudig getragen, soll aber nicht ständig gerollt auf dem Rücken getragen werden.

Gliedmassen

Vorderhand

Schultern
Gut gestellt, Widerrist gut sichtbar (ungefähr) 100° geöffnet.
Oberarm
Kräftig, muskulös, gut gestellt an den Rippen anliegend.
Unterarm
Gerade, gut gebaut, leicht bemuskelt.
Vordermittelfuss
Kurz und fast gerade.
Vorderpfoten
Leicht rund mit solidem Ballen und starken Krallen, deren Farbe von der Haarfarbe abhängt.

Hinterhand

Oberschenkel
Die Hüfthöcker treten sehr deutlich hervor, die Oberschenkel sind muskulös ohne Schwerfälligkeit und gut herabreichend.
Unterschenkel
Knie und Sprunggelenkwinkel sind sehr stumpf, dies führt zu einer hohen Kruppe und gibt dem Rücken den Anschein zum Widerrist hin abzufallen.
Hinterpfoten
Leicht rund mit solidem Ballen und starken Krallen, deren Farbe von der Haarfarbe abhängt.

Gangwerk

Schritt, Trab, Galopp : Nicht hoch, raumgreifend.
Natürlicher Gang : Kleiner schneller Trab auf einer Linie. In dieser Gangart scheint der Atlashund unermüdlich.

Haut

Weich und widerstandsfähig.

Coat

Haar
Dick, halblang und üppig, etwa 6 cm lang, ausgenommen im Gesicht und an den Ohren wo es kurz und feiner ist. Auf dem Hals und an der Kehle formt es, besonders bei den Rüden, eine Mähne. Die Hinterbacken und die Rute sind mit sehr reichem und langen Haaren besetzt.
Farbe
Sehr variabel :
• Falb: Von gewaschenem Sand bis dunkler Rostfarbe. Kann gestromt sein, scharboniert, oder als Mantel getragen werden egal von welcher Nuance. Dieser Mantel kann sehr grosszügig sein.
• Braun: Von hellgelb bis angebranntem Brot. Die helleren können einen dunkelbraunen Mantel haben.
• Schwarz : Alle Haarkleider können mit weiss gescheckt sein; die Scheckung kann leicht bis komplett gescheckt sein (weisses Haarkleid). Der Nasenschwamm und die Lefzen müssen immer stark pigmentiert sein, in schwarz oder braun (je nach Haarkleid).
Es werden nicht akzeptiert die Farben : Harlekin, Blau, Isabelle.

Grösse und gewicht

Widerristhöhe
52 - 62 cm.

Fehler

• Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist, und seine Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen.
• Fehler sollten nach Grad der Schwere aufgenommen werden.

Allgemeine Fehler

 Quadratisches Aussehen.
 Kopffleischig.
 Schmale Schädel.
 Zu kurze oder zu lange Ohren.
 Fehlen oder übertriebener Stop.
 Ausweichender, scheuer oder ausdrucksloser Blick.
 Fleckige Depigmentierung an oder fehlende Pigmentierung an Lidern oder Nasenschwamm.
 Schlechter Stand.

Disqualifizierende fehler

 Aggressiv oder ängstlich.
 Wesen: aggressiv oder ängstlich.
 Spitzer Fang.
 Raubvogelauge.
 Ständig getragene Stehohren.
 Vor oder Rückbiss mit Kontaktverlust.
 Ständig eingerollte Rute.
 Ungenügend buschige Rute.
 Kurzes Fell.
 Haarkleid: Harlekin, Blau, Isabelle.
 Kryptorchidie, einseitig oder beidseitig.

NB :

• Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
• Die in starker Ausprägung oder gehäuft vorkommenden oben angeführten Fehler sind ausschließend.
• Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
• Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.

Bibliografie

http://www.fci.be/

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