Grönlandhund

FCI-Standard Nº 274

Ursprung
Grönland, patronat Dänemark
Übersetzung
Michèle Schneider, ergänzt Christina Bailey, (Überarbeitung: Axel Komorowski)
Offizielle Originalsprache (EN)
Gruppe
Gruppe 5 Spitze und Hunde vom Urtyp
Sektion
Sektion 1 Schlittenhunde
Arbeitsprüfung
Ohne Arbeitsprüfung
Endgültigen Anerkennung der Rasse durch die FCI
Freitag 05 Mai 1967
Publikation des gültigen offiziellen Standards
Mittwoch 30 März 2022
Letzten Aktualisierung
Dienstag 06 September 2022
En français, cette race se dit
Chien du Groenland
In English, this breed is said
Greenland Dog
En español, esta raza se dice
Perro de Groenlandia
In het Nederlands, wordt dit ras gezegd
Groenlandhond
In seinem Herkunftsland heißt er

Grønlandshund

Verwendung

Schlittenhund.

Kurzer geschichtlicher abriss

Der Grönlandhund ist eine der ältesten Hunderassen der Welt. Er ist seit frühesten Zeiten von den Eskimos als Transport-und Jagdhund verwendet worden. Die Auswahl der Zuchthunde erfolgte hauptsächlich aufgrund von Eigenschaften wie Kraft, Robustheit, Zähigkeit und Ausdauer, wobei aber ein attraktives äusseres Erscheinungsbild ebenfalls angestrebt wurde. Mit seiner robusten Natur ist der Grönlandhund besonders geeignet für Leute, die ein Leben im Freien geniessen wollen. Er ist ein vorzüglicher Gefährte für Leute, die gerne durch Wälder und in den Bergen wandern, wobei der Hund ihre Ausrüstung zieht oder trägt.

Allgemeines erscheinungsbild

Der Grönlandhund ist ein sehr kräftiger Polarspitz und so gebaut, dass er die nötige Ausdauer bei der harten Arbeit eines Schlittenhundes unter arktischen Bedingungen aufbringen kann. Eine gewisse Variation an Grösse wird akzeptiert, sofern dadurch die Leistungsfähigkeit und die Harmonie des Hundes nicht beeinträchtigt werden.

Wichtige proportionen

Der Körper passt in ein kurzes Rechteck, wobei das Verhältnis der Widerristhöhe zur Körperlänge 10: 11 beträgt. Hündinnen dürfen einen etwas längeren Körper haben.

Verhalten / charakter (wesen)

Die vorherrschenden Charaktereigenschaften des Grönlandhundes sind Energie, Beharrlichkeit und Mut. Er ist ein passionierter und unermüdlicher Schlittenhund. Menschen, auch Fremden gegenüber, verhält er sich freundlich; wenn er als Schlittenhund verwendet wird, ist er nicht an eine bestimmte Person gebunden und ist deshalb auch nicht als Wachhund geeignet. Er zeigt einen starken Jagdinstinkt für Seehund und Eisbär.

Kopf

Oberkopf

Schädel
Breit und leicht gewölbt, am breitesten zwischen den Ohren. 
Stop
Deutlich, aber nicht stark betont.

Facial region

Nasenschwamm
Gross und von dunkler Farbe, der Farbe des Haarkleides entsprechend; oft leberfarben bei Hunden mit rot-goldenem Haarkleid. Im Winter darf er fleischfarben werden (Wechselnase).
Fang
Keilförmig, am Ansatz breit, verjüngt sich zur Nase hin, ist aber nicht spitz.
Lefzen
Dünn und straff, dem sehr kräftigen Gebiss eng anliegend.
Nasenrücken
Der Nasenrücken ist vom Ansatz bis zum Nasenschwamm hin gerade und breit.
Kiefer / Zähne
Starke Kiefer mit regelmässig angeordneten, gesunden und kräftigen Zähnen. Scherengebiss.
Augen
Vorzugsweise dunkel, können aber der Farbe des Haarkleides angepasst sein; leicht schräg gestellt, weder hervortretend noch zu tief eingebettet; freier, furchtloser Ausdruck. Augenlider gut anliegend.
Ohren
Eher klein, dreieckig und an den Spitzen abgerundet; stramm aufrecht getragen. Sehr beweglich und ausdrucksvoll durch ihre jeweilige Haltung.

Hals

Sehr kräftig und eher kurz.

Körper

Allgemeinheit
Kräftig und ziemlich kompakt, nur geringfügig länger als die Widerristhöhe.
Obere Profillinie
Horizontal oder ganz leicht abfallend.
Rücken
Gerade.
Lenden
Breit.
Kruppe
Leicht abfallend.
Brust
Tief und breit, Rippenkorb jedoch nicht fassförmig.
Untere Profillinie und Bauch
Folgt der Linie des Brustbeins. Darf etwas aufgezogen sein.

Rute

Hoch angesetzt, dick und buschig. Sie wird bogenförmig gekrümmt oder leicht eingerollt über dem Rücken getragen.

Gliedmassen

Vorderhand

Allgemeines
Von vorne betrachtet sind die Vorderläufe vollkommen gerade; kräftige Bemuskelung und schwerer Knochenbau.
Schultern
Mässig schräg gelagert.
Oberarm
Gerade und kräftig, etwas länger als das Schulterblatt.
Ellenbogen
Frei beweglich, aber am Körper anliegend.
Unterarm
Gerade und kräftig.
Vorderfusswurzelgelenk
Kräftig und biegsam.
Vordermittelfuss
Kräftig und elastisch, nur leicht schräg gestellt.

Hinterhand

Allgemeines
Von hinten betrachtet sind die Hinterläufe vollkommen gerade; starke Bemuskelung, schwerer Knochenbau, mässige Winkelungen.
Oberschenkel
Kraftvoll und sehr muskulös.
Sprunggelenk
Breit und kräftig, mässig gewinkelt.

Pfoten

Ziemlich gross, kräftig und rundlich, mit starken Krallen und Ballen.

Gangwerk

Ein leistungsfähiger, harmonischer, fliessender und unermüdlicher Trab ist für einen Schlittenhund höchst wichtig. Im Ausstellungsring sollte der Hund an loser Leine in einem gemässigten Trab vorgeführt werden, um den guten Vortritt der Vorderhand und den kräftigen Schub aus der Hinterhand vorzuzeigen. Von vorne gesehen, zeigt der Grönlandhund im Schritt kein sog. « Schnüren », sondern erst mit zunehmender Geschwindigkeit konvergieren die Läufe allmählich, bis die Pfoten der Mittellinie folgen.

Coat

Haar
Doppeltes Haarkleid : dichte und weiche Unterwolle sowie ein dichtes, glattes und harsches Deckhaar ohne Locken oder Wellen. Das Haar ist am Kopf und an den Läufen eher kurz, länger und reichlicher am Körper, lang an der Unterseite der Rute, was sie buschig erscheinen lässt.
Farbe
Alle Farben, ob ein- oder mehrfarbig, sind gleichermassen zulässig mit Ausnahme der Albinos; diese sind auszuschliessen.

Grösse und gewicht

Widerristhöhe
Für Rüden 60 cm und mehr, für Hündinnen 55 cm und mehr.

Fehler

• Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist, und seine Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen.
• Fehler sollten nach Grad der Schwere aufgenommen werden.

Allgemeine Fehler

 Leichter Knochenbau.
 Kurze Läufe, tief gestellter Körper.
 Ängstlichkeit.

Schwere fehler

 Langes und weiches Haarkleid.
 Ohren nicht straff aufrecht getragen.

Disqualifizierende fehler

 Aggressivität oder deutlich scheu.
 Albinismus .
 Unterschiedliche Augenfarbe.
 Blaue Augen oder Birkenaugen.

NB :

• Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
• Die in starker Ausprägung oder gehäuft vorkommenden oben angeführten Fehler sind ausschließend.
• Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
• Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.

Bibliografie

http://www.fci.be/

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