Italianischer Vorstehhund

FCI-Standard Nº 202

Ursprung
Italien
Übersetzung
Frau Michèle Schneider
Gruppe
Gruppe 7 Vorstehhunde
Sektion
Sektion 1.1 Kontinentale Vorstehhunde, Typ « Braque »
Arbeitsprüfung
Mit Arbeitsprüfung
Endgültigen Anerkennung der Rasse durch die FCI
Donnerstag 07 Juni 1956
Publikation des gültigen offiziellen Standards
Freitag 13 November 2015
Letzten Aktualisierung
Dienstag 17 Oktober 2017
En français, cette race se dit
Braque italien
In English, this breed is said
Italian pointing dog
En español, esta raza se dice
Braco italiano
In het Nederlands, wordt dit ras gezegd
Italiaanse Staande Jachthond
In seinem Herkunftsland heißt er

Bracco Italiano

Verwendung

Vorstehhund.

Kurzer geschichtlicher abriss

Dieser Hund ist alten italienische Ursprungs. Er wurde zur Vogeljagd verwendet und im Laufe der Jahrhunderte geformt und weiterentwickelt; von der einst gebräuchlichen Jagd mit Fangnetzen passte er sich der Jagdweise mit Feuerwaffen an. Fresken aus dem 14. Jahrhundet beweisen unzweifelhaft sein Fortbestehen durch die Jahrhunderte hindurch, sowohl was seine Morphologie als auch seine jagdlichen Anlagen als Vorstehhund betrifft.

Allgemeines erscheinungsbild

Er ist von robustem und harmonischem Körperbau und eine kraftvolle Erscheinung. Vorzu- ziehen sind Hunde mit trockenen Gliedern, hervortretenden Muskeln und klaren Linien, mit gut modelliertem Kopf und mit deutlicher Ziselierung unterhalb der Augen, alles typische Merkmale, die diese Rasse besonders kennzeichnen.

Wichtige proportionen

Die Rumpflänge entspricht der Widerristhöhe oder übertrifft sie leicht. Die Kopflänge entspricht 4/10 der Widerristhöhe; die Kopfbreite beträgt, bei den Jochbeinbogen gemessen, weniger als die halbe Kopflänge. Fang und Schädel sind gleich lang.

Verhalten / charakter (wesen)

Widerstansfähig und für alle Jagdzwecke geeignet; zuverlässig, fügsam, mit rascher Auffassungs- und grosser Lernfähigkeit.

Kopf

Oberkopf

Kopf
Kantig und im Bereich der Jochbeinbogen schmal; seine Länge entspricht 4/10 der Widerristhöhe; die Gesamtlänge des Kopfes wird an der Verbindungslinie zwischen den beiden inneren Augenwinkeln halbiert. Die oberen Begrenzungslinien von Fang und Schädel sind divergent, was bedeutet, dass die Verlängerung der oberen Fanglinie die Schädellinie vor dem Hinterhaupthöcker, im Idealfall genau in deren Mitte kreuzt.
Schädel
Im Profil gesehen hat der Schädel die Form eines sehr weit geöffneten Bogens. Von oben betrachtet bildet er eine langgestreckte Ellipse. In Höhe der Jochbeinbogen gemessen beträgt die Kopfbreite höchstens die halbe Kopflänge. Die Stirnhöcker und die Augenbrauenbogen sind gut sichtbar. Die Stirnfurche ist sichtbar und endet auf halber Schädellänge. Die Scheitelleiste ist kurz und wenig hervortretend, der Hinterhaupthöcker ist betont. 
Stop
Wenig ausgeprägt.

Facial region

Nasenschwamm
Er ist voluminös, mit grossen und gut geöffneten Nasenlöchern. Er steht etwas über die vordere Lefzenlinie vor und formt mit dieser einen Winkel. Farbe : Mehr oder weniger rosa bis fleischfarben oder braun, mit den Haarfarben überreinstimmend.
Fang
Nasenrücken entweder leicht gewölbt oder gerade. Seine Länge entspricht der halben Kopflänge und seine Höhe beträgt 4/5 seiner Länge. Von vorne gesehen, laufen die Fangseiten nach vorne hin leicht aufeinander zu; dennoch bleibt der Fang vorne recht breit. Das Kinn ist wenig sichtbar.
Lefzen
Die oberen Lefzen sind gut entwickelt, dünn und herabhängend, aber nicht schlaff; im vorderen Bereich bedecken sie den Unterkiefer, seitlich überlappen sie ihn ein wenig. Von vorne gesehen bilden sie unter dem Nasenschwamm ein umgedrehtes « V »; der Lippenwinkel muss ausgeprägt, aber nicht hängend sein.
Kiefer / Zähne
Gut passende Zahnbogen mit gerade im Kiefer stehenden Zähnen; Scherenschluss der Schneidezähne, Zangenschluss wird toleriert.
Wangen
Trocken.
Augen
In halbseitlicher Lage, sanft und fügsam im Ausdruck. Sie sind weder tiefliegend noch hervortretend. Die Lider sind gut geöffnet und von ovaler Form. Sie liegen vollständig am Augapfel an (weder Entropium noch Ektropium); die Iris ist von mehr oder weniger dunklem Ocker oder braun, je nach Farbe des Haarkleides.
Ohren
So lang, dass er ohne Ziehen den vorderen Rand des Nasenschwammes erreicht. Seine Breite entspricht mindestens seiner halben Länge; er ist nur wenig aufgerichtet; eher hinten, relativ schmal und in Höhe der Jochbeinlinie angesetzt; man schätzt den geschmeidigen Behang mit deutlich nach innen umgeschlagenem Vorderrand, der völlig an der Wange anliegt; das untere Behangende zeigt eine leicht abgerundete Spitze.

Hals

Kräftig, von der Form eines Kegelstumpfes, Länge mindestens 2/3 der Kopflänge, gut vom Nacken abgesetzt. Die Kehle zeigt eine leichte Doppelwamme.

Körper

Obere Profil
Die obere Linie des Rumpfes ist in zwei Abschnitte unterteilt : der erste verläuft in schräger Richtung, beinahe geradlinig, vom Widerrist bis zum elften Rückenwirbel, der zweite Abschnitt bildet die leicht konvexe Verbindung zur Kruppe.
Widerrist
Gut hervortretend, mit gut auseinanderstehenden Schulter- blattkuppen.
Lenden
Lendenpartie breit, muskulös, kurz und leicht gewölbt.
Kruppe
Lange Kruppe (etwa 1/3 der Widerristhöhe), breit und gut bemuskelt; die ideale Neigung des Beckens liegt bei einem Winkel von 30° zur Horizontalen. Breites Becken.
Brust
Brustkorb geräumig, tief und bis zu den Ellbogen reichend, nicht kielförmig; Rippen besonders im unteren Bereich gut gewölbt und schräg liegend.
Untere Profillinie und Bauch
Das untere Profil ist im Bereich des Brustkorbs fast gerade und steigt im abdominalen Bereich leicht an.

Rute

Kräftig am Ansatz, gerade, mit leichter Tendenz, sich zu verjüngen, kurz behaart. Wenn der Hund in Bewegung ist, besonders wenn er stöbert, wird sie beinahe oder ganz horizontal getragen. Sie wird auf eine Länge von 15 - 25 cm kupiert.

Gliedmassen

Vorderhand

Schultern
Kräftig, gut bemuskelt, lang und schräg, frei in ihren Bewegungen.
Oberarm
Schräg und gut am Brustkorb anliegend.
Ellenbogen
Höcker muss auf einer senkrechten Linie liegen, die von der hinteren Schulterblattspitze zum Boden führt.
Unterarm
Kräftig, senkrecht, mit starken, gut abgesetzten Sehnen.
Vordermittelfuss
Gut proportionniert, trocken, von angemessener Länge und leicht schräg stehend.
Vorderpfoten
Fest, oval, mit gut gewölbten und eng aneinanderliegenden Zehen, mit kräftigen, gut zum Boden hin gekrümmten Krallen. Deren Farbe ist weiss, mehr oder weniger intensiv ocker oder braun je nach Farbe des Haarkleides; Ballen elastisch und trocken.

Hinterhand

Oberschenkel
Lang, von oben nach unten nicht auseinanderstrebend, bemuskelt, hinterer Rand fast gerade.
Unterschenkel
Kräftig.
Hintermittelfuss
Relativ kurz und trocken.
Sprunggelenk
Breit.
Hinterpfoten
Sie haben dieselben Merkmale wie die vorderen und tragen Afterkrallen; deren Fehlen stellt keinen Fehler dar. Eine doppelte Afterkralle wird toleriert.

Gangwerk

Verlängerter und schneller Trab mit kräftigem Schub aus der Hinterhand; hochgetragener Kopf, so dass bei der Jagd die Nase höher liegt als die Rückenlinie.

Haut

Widerstandsfähig, aber elastisch; auf dem Kopf, an der Kehle, in den Achselhöhlen und an der Rumpfunterseite dünner. Die Farbe der sichtbaren Schleimhäute muss in Relation zur Fellfarbe stehen, sie dürfen aber nie schwarze Flecken zeigen. Die inneren Schleimhäute der Mundhöhle sind rosa; bei weiss-braun gefleckten oder weiss-braun gesprenkelten Hunden sind sie manchmal leicht braun oder hell kastanienbraun gefleckt.

Coat

Haar
Kurz, dicht und glänzend, feiner und kürzer auf dem Kopf, am Behang, an den Vorderseiten der Gliedmassen und auf den Pfoten.
Farbe
• Weiss.
• Weiss mit unterschiedlich grossen, mehr oder weniger dunklen orange-oder bernsteinfarbenen Flecken.
• Weiss mit mehr oder minder grossen kastanienbraunen Flecken.
• Weiss-blassorange gesprenkelt (melato).
• Weiss kastanienbraun gesprenkelt (roano-marrone). Bei dieser Farbkombination schätzt man die metallischen Reflexe und bevorzugt man eine warme, an die Farbe einer Mönchskutte erinnernde Brauntönung.
Bevorzugt wird eine symmetrische Maske, man toleriert aber auch das Fehlen einer Maske.

Grösse und gewicht

Widerristhöhe
Zwischen 55 und 67 cm. Bevorzugte Grösse für Rüden 58 - 67 cm. Bevorzugte Grösse für Hündinnen 55 - 62 cm.
Gewicht
Zwischen 25 und 40 kg je nach Grösse.

Fehler

• Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist, und seine Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen.
• Fehler sollten nach Grad der Schwere aufgenommen werden.

Disqualifizierende fehler

 Aggressiv oder ängstlich.
 Konvergenz der Begrenzungslinien von Schädel und Fang.
 Spaltnase.
 Ausgeprägter Vorbiss, Rückbiss.
 Birkauge.
 Haarkleid schwarz, schwarz und weiss, dreifarbig, falbfarben, haselnussbraun, einfarbig, mit Brand.
 Pigmentlosigkeit (Albinismus).
 Spuren von schwarz auf den Schleimhäuten, der Haut und den Hautanhangsorganen.
 Grösse mehr als 2 cm über oder unter den im Standard angegebenen Grenzwerten.

NB :

• Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
• Die in starker Ausprägung oder gehäuft vorkommenden oben angeführten Fehler sind ausschließend.
• Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
• Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.

Bibliografie

http://www.fci.be/

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