Wasserhund der Romagna

FCI-Standard Nº 298

Ursprung
Italien
Übersetzung
Dr.J.-M. Paschoud und Harry G.A.
Hinckeldeyn, ergänzt und überarbeitet Astrid Hager
Überprüft durch den VDH
Originalsprache (EN)
Gruppe
Gruppe 8 Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde
Sektion
Sektion 3 Wasserhunde
Arbeitsprüfung
Arbeitsprüfung fakultativ
Endgültigen Anerkennung der Rasse durch die FCI
Mittwoch 06 Juli 2005
Publikation des gültigen offiziellen Standards
Montag 30 September 2019
Letzten Aktualisierung
Freitag 11 Oktober 2019
En français, cette race se dit
Chien d'eau romagnol
In English, this breed is said
Romagna Water Dog
En español, esta raza se dice
Perro de agua de Romagna
In het Nederlands, wordt dit ras gezegd
Lagotto Romagnolo

Verwendung

Trüffelhund.

Kurzer geschichtlicher abriss

Alteingesessener Wasser-Apportierhund in den sumpfigen Talgründen von Comacchio und in den Lagunen um Ravenna. Im Laufe der Jahre wurden die Sümpfe trockengelegt und in Ackerland verwandelt; seit der Urbar- machung wird der Lagotto in den Ebenen und Hügeln der Romagna zur Trüffelsuche eingesetzt.

Allgemeines erscheinungsbild

Kleiner bis mittelgroßer, wohl proportionierter, kräftig gebauter Hund von rustikalem Aussehen mit dichtem, gelocktem Haar von wollener Struktur.

Wichtige proportionen

Die Länge des Kopfes beträgt 40% der Widerristhöhe.
Der Hund ist nahezu gleich lang wie hoch (quadratisch).
Der Schädel soll etwas länger sein als 50% der Gesamtlänge des Kopfes.
Der Fang ist um 2/10 kürzer als der Schädel (44% und 56%).
Die Tiefe der Brust misst weniger als 50% (ungefähr 44%) der Widerristhöhe.

Verhalten / charakter (wesen)

Seine natürliche Begabung zum Revieren und sein ausgezeichneter Geruchsinn haben seinen Wandel zu einem vorzüglichen Trüffelhund begünstigt. Sein Jagdinstinkt wurde durch genetische Auslese modifiziert : womit er durch den Wildgeruch von seiner Arbeit nicht abgelenkt wird. Der Lagotto ist gehorsam, genügsam, aufgeweckt, liebenswürdig, fest an seinen Meister gebunden und leicht auszubilden. Er ist zudem ein ausgezeichneter Begleit- und Wachhund.

Kopf

Oberkopf

Kopf
Von oben gesehen trapezförmig und mässig breit; die oberen Begrenzungslinien des Fangs und des Schädels streben leicht auseinander.
Schädel
Auf der Höhe der Jochbogen breit; die Länge des Schädels entspricht seiner Breite. Von der Seite gesehen ist der Schädel vom Stop bis zum Hinterhauptbein länger als der Fang. Leicht konvex, wird er am Hinterkopf allmählich flacher. Die knöchernen Rundungen der Stirn sind gut entwickelt, die Augenbrauenbogen und die Stirnfurche sind ausgeprägt, der Hinterhauptbeinstachel ist kurz und nicht stark entwickelt, die supraorbitalen Einsenkungen sind unauffällig. 
Stop
Nicht zu stark ausgeprägt aber sichtbar.

Facial region

Nasenschwamm
Gross, mit beweglichen Flügeln und weit geöffneten Nasenlöchern. Die Mittelfurche ist stark ausgeprägt. Von der Seite gesehen ist der Nasenschwamm auf derselben Höhe wie der Fang und ragt nur wenig über den oberen Rand der Lefzen hinaus. Die Farbe entspricht der Farbe des Haarkleides und geht von hellbraun zu dunkelbraun.
Fang
Ziemlich breit, etwas kürzer als der Schädel (Verhältnis Schädel zu Fang = 56 % zu 44%) nur sehr wenig länger als hoch, leicht keilfőrmig, was ein ziemlich abgestumpftes Profil ergibt. Von der Seite gesehen ist der Nasenrücken gerade.
Lefzen
Die nicht allzu dicken Lefzen sind eher eng anliegend, so dass die untere Begrenzungslinie des Fangs durch den Unterkiefer gebildet wird. Sie sind von einem langen und eher struppigen Oberlippenbart bedeckt. Von vorne gesehen bilden die Lefzen einen breiten Halbkreis. Die Farbe der Lippenumrandung geht von hellbraun zu dunkelbraun.
Kiefer / Zähne
Die Kiefer sind kräftig mit fast geraden Seitenästen und relativ breiten Gebissknochen. Komplettes Scheren- oder Zangengebiss mit weissen, gut entwickelten Zähnen. Umgekehrter Scherenschluss wird toleriert.
Wangen
Flach.
Augen
Groß, aber niemals űbertrieben, rundlich, die Augenhöhle füllend, ziemlich weit auseinander liegend. Die Farbe der Iris geht entsprechend der Farbe des Haarkleides von Ocker über haselnussfarben bis zu dunkelbraun. Die Ränder der straff anliegenden Augenlider sind hellbraun bis dunkelbraun gefärbt. Die Wimpern sind sehr gut entwickelt. Der Blick ist lebhaft, der Ausdruck aufmerksam und aufgeweckt.
Ohren
Im Verhältnis zum Kopf mittelgross, dreieckförmig mit abgerundeter Spitze; der eher breite Ansatz liegt knapp oberhalb des Jochbogens. In der Ruhestellung hängend wird der Behang bei Aufmerksamkeit leicht angehoben. Wenn er längs des Fangs nach vorne gelegt wird, soll er einen Viertel der Länge des Fangs erreichen. Am Behang sind die Locken weniger straff, aber das Haar bleibt stark gewellt. Kein kurzes Haar am Behang. Die Innenseite der Ohrmuschel ist ebenfalls vollständig behaart.

Hals

Kräftig, bemuskelt, dünn, von ovalem Durchmesser; am Nacken gut abgesetzt und ohne eine Spur von Wamme. Die obere Begrenzungslinie ist leicht gewölbt. Bei den Rüden kann der Halsumfang die zweifache Länge des Halses erreichen. Die Länge des Halses ist etwas geringer als die Gesamtlänge des Kopfes.

Körper

Allgemeinheit
Rumpf stramm und kompakt, in seiner Länge der Widerristhöhe entsprechend.
Obere Profillinie
Vom Widerrist zur Kruppe gerade.
Widerrist
Höher als die Kruppe; die Schulterblattspitzen sind nicht eng aneinander, aber gut vorstehend und weit nach hinten reichend.
Rücken
Stark bemuskelt, gerade.
Lenden
Kurz, sehr kräftig, von der Seite gesehen leicht konvex; ihre Breite entspricht oder überragt ein wenig ihre Länge.
Kruppe
Lang, breit, muskulös, leicht geneigt (Neigung von 25° bis 30°).
Brust
Gut entwickelt; sie reicht bis zu den Ellenbogen. Vorne ziemlich schmal, wird sie von der sechsten Rippe an nach hinten breiter.
Untere Profillinie und Bauch
Das Brustbein ist lang und bildet eine gerade Linie; weiter nach hinten ist die untere Linie nur leicht aufgezogen.

Rute

Weder zu hoch noch zu tief angesetzt, sich zur Spitze hin verjüngend. In ihrer Länge sollte sie knapp bis zum Sprunggelenk reichen. Sie ist mit wolligem und ziemlich struppigem Haar befedert. In der Ruhe säbelförmig getragen, bei Aufmerksamkeit eindeutig höher; bei der Arbeit oder im Affekt kann sie über dem Rücken getragen werden, ist aber nie gerollt.

Gliedmassen

Vorderhand

Allgemeines
Regelmäßig, senkrecht von vorne und von der Seite gesehen.
Schultern
Schulterblatt lang (30% der Widerristhöhe), gut schräg liegend (52° bis 55°), bemuskelt, kräftig, fest, aber ohne Einschränkung der Beweglichkeit an der Thoraxwand befestigt. Der Schultergelenkswinkel beträgt 110° bis 115°.
Oberarm
Bemuskelt, von feiner Knochenstruktur, gleich lang wie das Schulterblatt; seine Neigung zur Horizontalen beträgt 58° bis 60°.
Ellenbogen
Gut, aber nicht zu straff an der Thoraxwand anliegend; sie sind von zarter Haut überzogen. Wie für den Oberarm ist die Stellung der Ellenbogen parallel zur medianen Sagittalebene des Körpers. Die Spitze des Ellenbogens liegt auf einer vertikalen Linie, die vom Ende des Schulterblattes zum Boden fällt.
Unterarm
In genau senkrechter Stellung, lang (36% der Widerristhöhe), mit starken, kompakten Knochen von ovalem Querschnitt.
Vorderfusswurzelgelenk
Von vorne gesehen in der senkrechten Verlängerung des Unterarmes; dünn, kräftig und beweglich; das Erbsenbein ist deutlich vorstehend.
Vordermittelfuss
Eher weniger dick und von feinerem Knochenbau als der Unterarm, er ist fein und widerstandsfähig. Von der Seite gesehen bildet er mit dem Boden einen Winkel von 75° bis 80°.
Vorderpfoten
Leicht gerundet, kompakt, mit gewölbten, eng aneinanderliegenden Zehen. Die Krallen sind kräftig und gebogen. Die Fußballen sind gut pigmentiert. Die Zwischenzehenmembranen sind sehr gut entwickelt.

Hinterhand

Allgemeines
Kräftig, von hinten besehen senkrecht, in guter Proportion zur Größe des Hundes und parallel.
Oberschenkel
Lang (35% der Widerristhöhe) mit deutlich betonten und sichtbaren Muskelpaketen. Die Achse des Ober- schenkels weist zur Horizontalen eine ausgeprägte Neigung von 80° auf. Der Hüftgelenkswinkel beträgt 105 bis 110°. Der Oberschenkel ist parallel zur mittleren Sagittalebene des Körpers.
Unterschenkel
Nur wenig länger als der Oberschenkel (36% der Widerristhöhe), gut bemuskelt und von guter Knochensubstanz. Die Unterschenkelrinne ist gut sichtbar. Die Neigung des Unterschenkels zur Horizontalen beträgt 50° bis 55°. Die Richtung liegt parallel zu der mittleren Sagitttalebene des Kőrpers.
Knie
Der Kniewinkel beträgt zwischen 130° bis 135°.
Hintermittelfuss
Dünn, zylindrisch, senkrecht zum Boden. Keine Afterkrallen.
Sprunggelenk
Breit, dick, trocken, mit klar gezeichnetem knöchernem Umriss; parallel zur mittleren Sagittalbene des Körpers. Der Sprunggelenkswinkel beträgt ungefähr 140°.
Hinterpfoten
Etwas mehr von ovaler Form als die Vorderpfoten, da die Zehen etwas weniger gewölbt sind.

Gangwerk

Schritt regelmäßig, Trab voller Energie und lebhaft, Galopp in kurzen Perioden.

Haut

Dűnn, am ganzen Körper gut anliegend, ohne Falten. Die Pigmentierung der Haut im Anschluß an die der Schleimhäute und die der Ballen ist von brauner bis stark dunkelbrauner Farbe.

Coat

Haar
Wollige Struktur, niemals gedreht um dünne Schnüre zu formen, an der Oberfläche etwas rauh, mit engen Ring-förmigenLocken, mit sichtbarer Unterwolle. Die Locken sollen am ganzen Körper und der Rute gleichmäßig verteilt sein, ausgenommen am Kopf, wo die Locken nicht ganz so straff gerollt üppige Augenbrauen, sowie einen reichlichen Oberlippen- und Kinnbart bilden. Sogar die Backen sind dicht behaart. Das Deckhaar und besonders die Unterwolle sind wasserundurchlässig.
Wenn das Haar nicht gekürzt wird, neigt es zur Verfilzung, (da es weiter wächst); deshalb muss das Haar mindestens einmal im Jahr vollständig geschoren werden.
Verfilztes Deckhaar und verfilzte Unterwolle müssen regelmäßig entfernt werden.
Das geschorene Haar soll nicht dicker als maximal 4 cm sein und es sollte mit der Silhouette des Hundes űbereinstimmen. Nur am Kopf darf das Haar länger sein aber nicht so lang, dass es die Augen bedeckt. An der Genital- und Anal-Gegend sollte das Haar kurz geschoren werden. Das Haar darf nicht geformt und aufgebűrstet werden wie bei den Pudel- und Bichon Frise Rassen.
Zu kurz geschorenes Haar verhindert dass es sich verlockt oder auch die Beurteilung der Textur. Jeglicher űbermäßiger Haarschnitt wird den Hund von der Beurteilung ausschließen. Der korrekte Schnitt ist nicht pompős und hilft das natűrliche, rustikale Aussehen, welches typisch fűr die Rasse ist, hervorzuheben.
Farbe
Einfarbig unrein weiß, weiß mit braunen oder orangen Flecken, braunschimmel, einfarbig braun (in verschiedenen Tönungen) mit oder ohne weiß, orange mit oder ohne weiß. Einige Hunde haben eine braune bis dunkelbraune Maske. BrandMarkierungen (in verschiedenen Schattierungen) sind zulässig.

Grösse und gewicht

Widerristhöhe
Für Rüden : 43 bis 48 cm (Idealgröße 46 cm). Für Hündinnen : 41 bis 46 cm (Idealgröße 43 cm). Toleranz : 1 cm mehr oder weniger.
Gewicht
Für Rüden : 13 bis 16 kg. Für Hündinnen : 11 bis 14 kg.

Fehler

• Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist, und seine Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen.
• Fehler sollten nach Grad der Schwere aufgenommen werden.

Disqualifizierende fehler

 Aggressive oder űbermäßig ängstliche Hunde.
 Untypische Exemplare.
 Obere Begrenzungslinien von Fang und Schädel, die sich einander annähern.
 Partielle und/oder totale Depigmentierung.
 Nasenrücken konkav.
 Rűckbiss.
 Deutlicher Vorbiss.
 Glassauge.
 Rute, die űber dem Rűcken getragen wird; Schwanzlosigkeit oder kurze Rute, angeboren oder kűnstlich.
 Einzelne oder beidseitige Afterkrallen.
 Gekűrzte Rute.
 Haar nicht gelockt oder zu kurz geschnitten.
 Geschnűrtes Haarkleid.
 Modellierter Haarschnitt.
 Haarfarbe schwarz, schwarze Flecken oder schwarzes Pigment.
 Űber- oder Untergrőße.

NB :

• Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
• Die in starker Ausprägung oder gehäuft vorkommenden oben angeführten Fehler sind ausschließend.
• Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
• Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.

Bibliografie

http://www.fci.be/

 

Ergänzungen durch die Besucher

This old working breed was developed from bearded shepherds, spaniels and Poodles in the 1400's in the Ravenna and Comacchio regions of Romagna in northern Italy, near the Swiss border. An excellent swimmer and retriever, the Lagotto Romagnolo's job changed drastically after the marshlands were drained to create much needed arable land. This versatile hunter became an impressive truffle dog, a role it maintains to this day. Energetic, smart and playful, the Romagna Water Dog makes a good pet, but can be dog-aggressive if not socialized properly. It is slowly gaining popularity outside Italy, both as a worker and a show dog. The wooly coat is dense and curly, coming in creamy shades of white, fawn, red, brown and in various bicolours. Average height is around 18 inches.

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