Brasilianischer Terrier

FCI-Standard Nº 341

Ursprung
Brasilien
Übersetzung
Ursula Santos, Dr. J.-M. Paschoud und Harry G.A. Hinckeldeyn
Ergänzt durch Skrivanek Belgium
Durch den VDH überprüft / Offizielle Originalsprache (EN)
Gruppe
Gruppe 3 Terrier
Sektion
Sektion 1 Hochläufige Terrier
Arbeitsprüfung
Ohne Arbeitsprüfung
Endgültigen Anerkennung der Rasse durch die FCI
Montag 21 Mai 2007
Vorläufigen Anerkennung durch die FCI
Freitag 10 März 1995
Publikation des gültigen offiziellen Standards
Samstag 14 Mai 2022
Letzten Aktualisierung
Mittwoch 28 September 2022
En français, cette race se dit
Terrier brésilien
In English, this breed is said
Brazilian Terrier
En español, esta raza se dice
Terrier Brasileño
In het Nederlands, wordt dit ras gezegd
Braziliaanse Terrier
In seinem Herkunftsland heißt er

Terrier Brasileiro

Verwendung

Jagdhund für Niederwild, Wach- und Gesellschaftshund.

Kurzer geschichtlicher abriss

Am Ende des 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts studierten viele junge Brasilianer an europäischen Universitäten, hauptsächlich in Frankreich und in England.
Oft kehrten diese jungen Leute verheiratet nach Hause zurück und ihre Frauen brachten verschiedentlich einen kleinen terrierartigen Hund mit. Nach ihrer Rückkehr weilten die jungen Eheleute mit ihrer Familie auf ihren Landgütern. Der kleine Hund gewöhnte sich an das Leben auf dem Lande und vermischte sich dort mit einheimischen Rüden und Hündinnen. So entstand ein neuer Hundetyp,dessen Phänotyp sich in nur wenigen Generationen festlegte.
Mit der Entwicklung der Großstädte wurden die Großgrundbesitzer, ihre Angestellten und ihre Familien von den großen Zentren angezogen. So musste der kleine Hund noch einmal einen Wechsel seiner Lebensumstände über sich ergehen lassen.

Allgemeines erscheinungsbild

Mittelgroßer, schlanker, harmonisch gebauter Hund, von gutem aber nicht zu schwerem Körperbau; quadratisch mit gerundeten Außenlinien.

Wichtige proportionen

Ein quadratischer Hund, dessen Körperlänge, gemessen von der Schulter bis zum Ende des Beckens nahezu identisch mit der Widerristhöhe ist.

Verhalten / charakter (wesen)

Immer in Bewegung, lebhaft, aktiv, aufgeweckt; freundlich und zutraulich gegenüber Bekannten, Fremden gegenüber jedoch misstrauisch.

Kopf

Oberkopf

Kopf
Von oben gesehen ist der Kopf dreieckig, breit an seiner Basis, mit weit auseinanderstehenden Ohren, sich von den Augen an bis zur Nasenspitze deutlich verjüngend. Im Profil steigt die obere Begrenzungslinie des Fangs von der Nasenspitze zum Stopp hin leicht an; hauptsächlich zwischen den Augen und mit einer leichten Konvexität bis zum Hinterhauptbein.
Schädel
Gewölbt mit leicht abgeflachter Stirn. Von oben gesehen konvergieren die Seiten gegen die Augen zu. Der Abstand vom äußeren Augenwinkel zum Ohr entspricht dem Abstand beider äußerer Augenwinkel. Mittlere Stirnfurche gut entwickelt. 
Stop
Gut ausgeprägt.

Facial region

Nasenschwamm
Mäßig entwickelt, von dunkler Farbe,entsprechend der Farbe des Haarkleids, mit gut geöffneten Nasenlöchern.
Fang
Die Schnauze ist ein Kegelstumpf, der sich von seiner Basis zur Nase hin allmählich verjüngt. Es ist stark und gut unter den Augen modelliert.
Lefzen
Trockenund fest, gut anliegend, die Oberlippe genau über der Unterlippe die Zähne bedeckend, was einen vollständigen Mundschluss gewährt.
Kiefer / Zähne
42 regelmäßig eingesetzte und gut entwickelte Zähne; Scherengebiss.
Wangen
Trocken, gut entwickelt.
Augen
Im mittleren Abstand zwischen Hinterhauptbeinhöcker und Nasenspitze eingesetzt, gut auseinanderliegend; der Abstand zwischen beiden äußeren Augenwinkeln entspricht dem Abstand vom äußeren Augenwinkel zur Nasenspitze. Geradeaus blickend sind die Augen mäßig markant, groß mit leicht betonten Augenbrauenbögen; Abgerundet, gut geöffnet, lebendig, mit aufgewecktem Ausdruck; je nach Fellfarbe so dunkel wie möglich. Die blaue Varietät hat bläulich-graue, die braune Varietät hat braune, grüne oder blaue Augen und die isabellfarbene Varietät kann neben den braunen Farben auch hell- bis dunkel-bernsteinfarbene Augen haben.
Ohren
In Höhe der Augenlinie seitlich angesetzt, liegen sie weit aus- einander und bieten gut Platz für den Schädel. Dreieckförmig, in einer Spitze endend. Halbaufgerichtet getragen, die gefaltete Spitze gegen den äußeren Augenwinkel fallend.

Hals

Von mäßiger Länge, in gutem Verhältnis zum Kopf, harmonisch an Nacken und Rumpf angesetzt. Gut definiert,trocken, sauber gezeichnet, obere Linie leicht gewölbt.

Körper

Allgemeinheit
Harmonisch, nicht zu schwer, quadratisch mitgutdefinierten gerundeten Außenlinien.
Obere Profillinie
Fest und gerade, gegen die Kruppe zu leicht abfallend.
Widerrist
Gut vorstehend, in harmonischem Verhältnis zur Vorder-hand.
Rücken
Relativ kurz und muskulös.
Lenden
Kurz und stramm, harmonischer Übergang zur Kruppe.
Kruppe
Leicht abfallend mit tief angesetzter Rute. Gut entwickelt und muskulös.
Brust
Breit und tief, bis zu den Ellenbogen reichend. Das Brustbein ist lang, die Rippen gut gewölbt und von ovaler Form. Wegen seiner horizontalen Lage ist das Brustbein nur mäßig aufgezogen.
Untere Profillinie und Bauch
In leichter Kurve nach hinten aufgezogen, aber nicht windhundartig.

Rute

Kann angeboren kurz oder lang sein. Reicht im letzteren Fall jedoch nicht bis unter das Sprunggelenk. Kräftig und tief angesetzt, aufrecht getragen, und, wenn lang, in einem leichten Bogen, nicht über dem Rücken gerollt.

Gliedmassen

Vorderhand

Allgemeines
Von vorne besehen gerade; Läufe mäßig auseinander, in einer Linie mit der Hinterhand, welche ebenfalls gerade aber breiter auseinander steht.
Schultern
Lang.
Oberarm
Ungefähr gleich lang wie das Schulterblatt, mit diesem einen Winkel von 110° bildend.
Ellenbogen
Dicht am Körper anliegend, auf gleicher Höhe wie die Unterlinie der Brust.
Unterarm
Gerade, dünn und trocken.
Vordermittelfuss
Sehr mäßig, gerade und dünn, nahezu lotrecht zum Boden.
Vorderpfoten
Eng aneinander liegend, weder nach außen noch nach innen gedreht; die zwei mittleren Zehen sind länger als die anderen.

Hinterhand

Allgemeines
Sehr gut bemuskelt, Oberschenkel kräftig, weiter auseinander stehend als die Vorderläufe.
Oberschenkel
Gut entwickelt und muskulös.
Unterschenkel
In gutem Größenverhältnis zum Oberschenkel.
Knie
Mäßig gewinkelt.
Hintermittelfuss
Gerade.
Sprunggelenk
Mäßig kurz und lotrecht zum Boden, wenn der Hund steht.
Hinterpfoten
Fest, längere Zehen als die Vorderpfoten.

Gangwerk

Bewegung elegant und frei, kurze und rasche Schritte.

Haut

Am Körper gut anliegend, nicht lose, trocken.

Coat

Haar
Kurz, glatt, fein aber nicht weich, gut anliegend. Durch das Fell darf die Haut nicht sichtbar sein. Behaarung feiner auf dem Kopf, an den Ohren, an der Unterseite des Halses, unten und innen an den Vorderläufen und am hinteren Rand der Oberschenkel.
Farbe
Grundfarbe Weiß mit schwarzen, blauen, braunen oder isabellafarbigen Abzeichen. Folgende typische und charakteristische Abzeichen müssen immer vorhanden sein: dunkelroter Brand über den Augen, beidseitig am Fang, innen am Ohr und am Rand der Ohren.
Dieser dunkle Brand kann auch an anderen Stellen des Körpers am Rande der Abzeichen vorkommen. Der Kopf muss immer schwarze, blaue, braune oder isabellafarbene Abzeichen in der Stirngegend und auf den Ohren aufweisen; Es können eine weiße Blesse und Abzeichen vorzugsweise an der Stirnfuge und den Seiten des Fangs vorkommen, die so harmonisch wie möglich verteilt sind.

Grösse und gewicht

Widerristhöhe
Rüden von 35 bis 40 cm. Hündinnen von 33 bis 38 cm.
Gewicht
Circa 10 kg.

Fehler

• Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist, und seine Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen.
• Fehler sollten nach Grad der Schwere aufgenommen werden.

Allgemeine Fehler

 Dünnes Haarkleid mit durchscheinender Haut, langes oder atypisches Haar.
 Uncharakteristische Abzeichen.
 Schultern zu schwer oder zu lose.
 Gebogene Hinterläufe.
 Mangel an Harmonie, atypischer Körperbau.

Schwere fehler

 Abfallende Oberlinie vom Widerrist zur Kruppe.

Disqualifizierende fehler

 Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde.
 Flache Kruppe.
 Vorbiβ oder Rückbiβ.
 Völlig aufgerichtete Ohren.

NB :

• Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
• Die in starker Ausprägung oder gehäuft vorkommenden oben angeführten Fehler sind ausschließend.
• Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
• Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.

Bibliografie

http://www.fci.be/

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