Mallorca Schäferhund

FCI-Standard Nº 321

Ursprung
Spanien (Balearen)
Übersetzung
Frau Michèle Schneider
Gruppe
Gruppe 1 Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
Sektion
Sektion 1 Schäferhunde
Arbeitsprüfung
Ohne Arbeitsprüfung
Endgültigen Anerkennung der Rasse durch die FCI
Mittwoch 26 Mai 1982
Publikation des gültigen offiziellen Standards
Mittwoch 26 Mai 1982
Letzten Aktualisierung
Freitag 30 August 2002
En français, cette race se dit
Chien de berger de Majorque
In English, this breed is said
Majorca Shepherd
En español, esta raza se dice
Perro de pastor Mallorquin
In het Nederlands, wordt dit ras gezegd
Herdershond Mallorca
In seinem Herkunftsland heißt er

Ca de Bestiar

Verwendung

Hüte-, Wach- und Schutzhund.

Allgemeines erscheinungsbild

Hund von leicht konvexem Profil, gross, aber ohne Übertreibung, und von mittlerem Gewicht. Er ist vollständig schwarz oder schwarz mit weissem Brustabzeichen, gut proportioniert, rustikal, kräftig, muskulös, robust und behände. Es existieren zwei Haarvarietäten : Kurzhaar, meist verbreitete Varietät, und Langhaar.

Wichtige proportionen

Das Format dieses Hundes ist etwas grösser als der Durchschnitt; er weist mittlere Proportionen auf und sein Profil ist leicht konvex.
• Bei Hündinnen darf die Körperlänge bis zu 3% grösser sein als die Widerristhöhe.
• Die Länge des Fangs und die des Schädels stimmen überein.
• Die Länge des Halses entspricht der Länge des Kopfes.
• Bei erwachsenen Rüden ist der Brustumfang, gleich hinter dem Widerrist und hinter den Ellenbogen gemessen, um einige Zentimeter grösser als die Widerristhöhe.

Verhalten / charakter (wesen)

Hund von grossem Adel. Er anerkennt nur einen Herrn und lässt es nur ungern zu, dass sich ihm Fremde nähern; intelligent, führig, anhänglich; in der Jugend äusserst scheu und zurückhaltend, erreichen seine Gefühlsausbrüche ungeahnte Ausmasse; seinem Herrn ist er bis in den Tod treu; sein Blick lässt erkennen, was er denkt; er ist tapfer und streitsüchtig.

Kopf

Oberkopf

Kopf
In der Seitenansicht ist er leicht dreieckig; von oben gesehen ist er im oberen Teil breiter als im unteren Teil; er ist massig, ohne schwer zu sein. Er ist geräumig genug, um einer guten Intelligenz Platz zu geben; er ist gut ausgeformt und gut zum Körper proportioniert. Er muss eher voluminös sein, ohne jedoch jemals molosserähnlich zu werden. Der Nasenrücken verläuft zum Schädel parallel; die oberen Begrenzungslinien von Fang und Schädel sind leicht divergent.
Schädel
Profil leicht konvex. Zwischen den Schläfenbeinen gemessen muss die Kopfbreite die Länge der Linie zwischen der Region über den Augen und dem Hinterhauptfortsatz leicht (um etwa 1,2%) übertreffen; im ersten Drittel der Stirnmittellinie kann man eine leichte Furche erkennen; der Hinterhauptkamm ist ausgeprägt. 
Stop
Betont, jedoch nicht schroff, sondern sanft ansteigen.

Facial region

Nasenschwamm
Feucht, kühl, schwarz, gross, mit gut geöffneten Nasenlöchern; er ist nicht gespalten; fleckig depigmentierte oder hellere Stellen werden stark bestraft.
Fang
Breit, offensichtlich kräftig; er darf nicht spitz sein, dennoch muss seine Tiefe und Breite zu den Augenhöhlen hin allmählich zunehmen; bei der Varietät Ca-cabrer (Hund mit Ziegenhaar = Langhaar) ist er spitzer; das Profil des Nasenrückens ist leicht konvex; in der Seitenansicht verlaufen die Unterkieferäste geradlinig. Die Schleimhaut des Gaumendaches ist schwarz.
Lefzen
Schwarz; bei geschlossenem Fang verdeckt die Oberlefze die untere; der Lefzenwinkel ist wenig sichtbar; gut zum Kopf passende, unauffällige Lefzen.
Kiefer / Zähne
Zähne sehr weiss, gut entwickelt und gut eingesetzt; Scherenschluss, wobei die oberen äusseren Schneidezähne deutlichen Kontakt mit den unteren Fangzähnen haben; gut entwickelte Molaren.
Augen
Eher klein, leicht mandelförmig; sie treten weder hervor noch liegen sie tief in den Augenhöhlen; sie sind nicht allzu weit auseinanderliegend, zentriert, leicht schräg eingesetzt, lebhaft; ihre Farbe reicht von Rosmarin-honigfarben (recht hell) bis zu Johannisbrot-honigfarben (dunkel); Ausdruck rätselhaft, mit gleichzeitig intelligentem und traurigem Blick, aus dem auch Misstrauen spricht. Die Augenlider sind dünn, schwarz und schräg, eng am Augapfel anliegend.
Ohren
Geknickt, im Verhältnis zum Kopf eher klein dimensioniert, dreieckig; die Ohrspitze reicht bis zum Augenwinkel auf derselben Seite oder die Ohren sind etwa so lang wie der Schädel; sie sind unkupiert, recht dick, hoch angesetzt, die Spitze leicht vom Schädel wegstrebend; sie zeigen eine Längsfalte und auf Höhe des ersten Drittels einen Querknick. Ohrhaltung: normalerweise gefaltet und herabhängend, dabei etwas vom Fang abstehend; in der Ruhestellung nach hinten zurückgelegt; wenn der Hund aufmerksam ist, richtet sich der Querknick etwas auf die Ohren stehen etwas weiter von den Backen ab.

Hals

Massiv, muskulös, fest und gut zu Kopf und Körper passend; dick mit sehr leichter Wamme; sein zylindrischer Durchmesser nimmt zum Ansatz hin zu; die Haut ist widerstandsfähig und elastisch, weder dünn noch dick; im oberen Bereich und an den Seiten gut anliegend, an der Unterseite etwas lockerer.

Körper

Allgemeinheit
Robuster, sehr gut proportionierter Körper, der gleichzeitig Kraft und Behändigkeit vermittelt.
Obere Profillinie
Gerade, horizontal, nie eingefallen.
Widerrist
Betont, mindestens auf gleicher Höhe wie der obere Teil der Kruppe; der Bereich zwischen den Schulterblättern ist breit und kräftig.
Lenden
Breit und kräftig.
Kruppe
Sie ist normal dimensioniert, leicht gerundet, breit, kräftig und muskulös; nie hervortretend oder abfallend; ihr oberer Teil muss auf gleicher Höhe wie der Widerrist liegen; ihre Breite zwischen den Hüfthöckern entspricht ihrer Länge (Entfernung Darmbein-Sitzbein).
Brust
Geräumig und tief, höchstens bis zu den Ellenbogen reichend; ihre Breite entspricht ungefähr der Halslänge. Recht hoch, nicht hervorstehend, mit leicht betontem Brustbein. Rippen gewölbt (weder flach noch tonnenförmig).
Flanke
Flanken mittelmässig voluminös.
Untere Profillinie und Bauch
Bauch leicht aufgezogen, aber nie windhundartig noch reicht er so weit herab, dass man ihn für eine Verlängerung der Brust halten könnte; er ist angedeutet profiliert und muss den Eindruck von Behändigkeit vermitteln.

Rute

In der Horizontalen angesetzt und von rundem Querschnitt, am Ansatz eher dick. Etwa 8 cm nach dem Ansatz plättet sich ihr unteres Profil auf etwa 10 cm Länge ab, um dann wieder einen bis zur Rutenspitze abnehmenden, runden Querschnitt aufzuweisen. Sie ist unkupiert. In der Länge reicht sie mindestens bis zum Sprunggelenk, aber sie ist nie so lang, dass sie den Boden berührt. Ohne Fahne oder Federn; bei älteren Hunden sind Federn erlaubt, sofern sie schwach entwickelt sind. Bei der langhaarigen Varietät soll die Rute reichlich lange Federn aufweisen. In der Ruhe hängt die Rute natürlich oder ist leicht nach aussen aufgebogen und berührt leicht das Sprunggelenk. Es gilt als schwerer Fehler, wenn die Spitze der Rute bis zum Boden reicht. Wenn der Hund in Bewegung ist, schlägt die Rute hin und her und hebt sich als Sichelrute über die Horizontale, ohne sich dabei einzurollen.

Gliedmassen

Vorderhand

Allgemeines
Kräftige Gliedmassen; korrekter Stand; von vorn und von der Seite gesehen zueinander parallel und senkrecht.
Schultern
Schultern : Schräg und kräftig. Winkel Schulterblatt- Oberarmbein 115°.
Oberarm
Gleich lang wie das Schulterblatt.
Ellenbogen
Weder ein- noch ausgedreht, gut am Brustkorb anliegend. Winkel Oberarm-Speiche 130°.
Unterarm
Kräftig, gut gewinkelt, senkrecht. Knochen kräftig, senkrecht, breit und gerade.
Vordermittelfuss
Kurz und leicht schräg.
Vorderpfoten
Beinahe Hasenpfoten (ein wenig kürzer und breiter als diese); Zehen mittelmässig hoch, mittelmässig gewölbt und eng aneinanderliegend; Ballen schwarz und sehr widerstandsfähig; ohne ausgeprägte Zehenzwischenhaut.

Hinterhand

Allgemeines
Muskulös, kräftig, Stand korrekt; Profil der Muskulatur verschwommen, aber fest. Winkel Hüftbein-Oberschenkelbein 115° (entspricht dem Winkel Schulterblatt-Oberarmbein).
Oberschenkel
Kräftig und muskulös. Winkel Oberschenkelbein-Schienbein 130° (entspricht dem Winkel O berarmbein-Speiche).
Unterschenkel
Lang, kräftig.
Hintermittelfuss
Gut ausgeprägt.
Sprunggelenk
Wenig betont, der sehr offene Winkel beträgt 135°. Das Gelenk liegt um etwas weniger als ein Drittel der Widerristhöhe über dem Boden.
Hinterpfoten
Nahezu Hasenpfoten, flach, mit halbgewölbten und eng aneinanderliegenden Zehen; Ballen schwarz und widerstandsfähig; Krallen gekrümmt, hart und schwarz. Ohne ausgeprägte Zwischenzehenhaut. Von Geburt an mit oder ohne Afterkrallen; bei Vorhandensein sollten sie entfernt werden.

Gangwerk

Von entschlossener und eleganter Art. Im Trab bewegen sie die Gliedmassen diagonal, wobei die Hinterhand gegenüber der Marschrichtung der Vorderhand leicht seitlich abweicht. Freier, rustikaler, schneller Galopp, wobei die hinteren Gliedmassen beim Abstossen vom Boden gut voneinander weg, d.h. seitlich der Vordergliedmassen aufgesetzt werden, wie wenn der Hund Sprünge ausführen würde. Der Galopp ist die bevorzugte Gangart und die übliche bei der Arbeit.

Haut

Elastisch; ohne Falten; widerstandsfähig; von hellgrauer Farbe.

Coat

Haar
Kurz und der Haut gut anliegend; auf dem Rücken etwa 1,5 bis 3 cm lang, mit sehr feiner, auf der Haut anliegender, dünner Unterwolle. Bei der langhaarigen Varietät kann das Haar auf dem Rücken leicht gewellt sein und je nach Jahreszeit etwas mehr als 7 cm Länge erreichen; im Winter ist es am längsten. Die Unterwolle ist gut verteilt und nicht dick. Die Normallänge des Haares wird an der Fahne der Rute, an den Ohrspitzen und an der Rückseite der Gliedmassen überschritten. Bei beiden Varietäten muss das Haar weich, widerstandsfähig und genügend fein sein.
Farbe
Die einzig zulässige Farbe ist Schwarz in seinen Tönungen Jett-, Normal- und Pechschwarz. Weiss ist nur auf der Brust zulässig, als dünne Krawatte unter dem Hals und an den Vorder- und Hinterpfoten. Weiss an den Krallen und an den Zehenspitzen beeinträchtigt je nach leicht abzuschätzender Ausdehnung den Formwert. Das tadellose Jettschwarz wird am meisten gewertet, Normal- und Pechschwarz werden etwas weniger geschätzt.

Grösse und gewicht

Widerristhöhe
Zwischen 66 – 73 cm für Rüden, Zwischen 62 – 68 cm für Hündinnen.
Eine Abweichung von 1 cm darüber oder darunter wird akzeptiert, sollte sich aber in der Gesamtbeurteilung auswirken.
Gewicht
Mittleres Gewicht ca. 40 kg.

Fehler

• Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist, und seine Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen.
• Fehler sollten nach Grad der Schwere aufgenommen werden.

Schwere fehler

 Sabbernde Hunde.
 Abgezwickte Fangzähne.
 In Ruhestellung stark aufgerichtete Ohren; grosse, sehr abstehende Ohren oder völlig an den Backen anliegende Ohren.
 Stark (windhundartig) aufgezogener Bauch.
 Eingerollte Rute; weisse Rutenspitze.
 Weisses Abzeichen auf der Brust von mehr als 1 Quadratzentimeter Grösse.
 Weiss auf allen Zehen einer Pfote.

Disqualifizierende fehler

 Aggressiv oder ängstlich.
 Kopf mastiffähnlich, sehr breit und schwer; Kopf windhundähnlich, lang und schmal mit kaum betontem Stop.
 Rosafarbener oder weisser Nasenschwamm.
 Vor- oder Rückbiss von mehr als 3 mm.
 Augen von voneinander verschiedener Farbe oder deren Farbe nicht zwischen Rosmarin-honigfarben (recht hell) und Johannisbrot-honigfarben (dunkel) liegt; sehr helle Augen.
 Kupierte Ohren oder Ohren, die in der Bewegung aufgerichtet oder in der Ruhe fast aufgerichtet sind.
 Hals mit doppelter Wamme; Hals, der nahe dem Schädel dicker ist als am Ansatz oder der um mehr als 10% länger ist als die Entfernung Nasenschwamm-Hinterhauptkamm.
 Körper zu kurz oder zu lang; oberer Teil der Kruppe um mehr als 3% höher als der Widerrist.
 Rute sehr dick oder vom Ansatz bis zur Spitze gleichmässig dick; übertrieben lange, den Boden erreichende Rute.
 Kupierte Rute oder Rute, der bis zum Erreichen des Sprunggelenks mehr als etwa 2 cm fehlen.
 Rute, die bei der Kurzhaarvarietät eine reiche Fahne zeigt, oder der bei der Langhaarvarietät die Fahne fehlt.
 Haarkleid von anderer Farbe als schwarz.
 Bei schwarzen Hunden eine weisse oder andersfarbene Vorder- oder Hinterpfote.
 Weisse Stiefelung an wieviel Läufen auch immer.
 Körper nicht völlig schwarz (mit Ausnahme von Brust und einigen sehr spärlichen Haare am Bauch, an der Vorhaut oder an der Rutenspitze), Fehler, der zwar nicht zur Disqualifikation führt, der jedoch den Formwert des Hundes deutlich herabsetzt.
 Nicht zu strafen sind weisse Haare aufgrund von Biss- und anderen Wunden oder ähnlichen Verletzungen sowie die altersbedingten weissen Haare am Fang.
 Weisse Zehen führen nur dann zur Disqualifikation, wenn mehr als sechs weisse Zehen vorliegen; jede einzelne weisse Zehe ist jedoch hart zu strafen; ist an den Vorderläufen.
 Eine Zehe weiss oder von anderer Farbe, führt dies zur Disqualifikation.
 Widerristhöhe grösser als 74 cm bei Rüden und grösser als 70 cm bei Hündinnen.
 Widerristhöhe kleiner als 66 cm bei Rüden und kleiner als 60 cm bei Hündinnen.
 Erwachsene Rüden von weniger als 30 kg und von mehr als 50 kg Gewicht, Erwachsene Hündinnen von weniger als 25 kg und von mehr als 54 kg Gewicht.
 Hunde, die, obwohl innerhalb der genannten Gewichtsgrenzen, sehr mager oder sichtlich fett sind oder einen eingefallenen Rücken aufweisen (wird bei trächtigen Hündinnen toleriert).

NB :

• Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
• Die in starker Ausprägung oder gehäuft vorkommenden oben angeführten Fehler sind ausschließend.
• Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
• Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.

Bibliografie

http://www.fci.be/

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