Tiroler Bracke

FCI-Standard Nº 68

Ursprung
Österreich
Gruppe
Gruppe 6 Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen
Sektion
Sektion 1.2 Mittelgrosse Laufhunde
Arbeitsprüfung
Mit Arbeitsprüfung (Brackier- und Schweissprüfung)
Endgültigen Anerkennung der Rasse durch die FCI
Freitag 08 Oktober 1954
Publikation des gültigen offiziellen Standards
Dienstag 10 Oktober 1995
Letzten Aktualisierung
Dienstag 18 Juni 1996
En français, cette race se dit
Brachet tyrolien
In English, this breed is said
Tyrolean Hound
En español, esta raza se dice
Sabueso del Tirol
In het Nederlands, wordt dit ras gezegd
Tiroler Bracke

Verwendung

Die Tiroler Bracke ist ein idealer Gebrauchshund für den Wald- und Bergjäger. Sie wird als Bracke (Solo) zur lauten Jagd auf Hase und Fuchs und als Schweisshund für Nachsuchen auf alle Wildarten eingesetzt.

Kurzer geschichtlicher abriss

Die Tiroler Bracke stammt wie alle Brackenrassen von der Keltenbracke ab und stellt mit ihrem guten Stockhaar am reinsten den Typ des Wildbodenhundes dar. Kaiser Maximilian I. verwendete schon um 1500 diese edlen Bracken in Tirol zur Jagd und erwähnt in seinen Jagdbüchern, dass er aus diesen seine Leithunde herausgenommen hat. Um 1860 begann man in Tirol einzelne Stämme rein zu züchten; 1896 wurde ein Standard erstellt und 1908 offiziell anerkannt. Von den vielen einst in Tirol beheimateten Brackenschlägen ist nur mehr der rote und der schwarzrote Farbschlag erhalten geblieben. Die Tiroler Niederbracke wurde 1994 aus dem Standard genommen.

Allgemeines erscheinungsbild

Mittelgross. Knochen von mittlerer Stärke, kräftig, bemuskelt, sehnig, fliessende lange Aussenlinien, robust, gesund. Langrechteckformat, etwas länger als hoch.

Verhalten / charakter (wesen)

Wesensfester, passionierter, feinnasiger Jagdhund, der selbständig sucht und ausdauernd jagt, mit ausgeprägtem Spurlaut, Spurwillen und Orientierungssinn.

Kopf

Oberkopf

Schädel
Breit, trocken, leicht gewölbt. 
Stop
Deutlich.

Facial region

Nasenschwamm
Schwarz, nicht senkrecht abgestutzt.
Fang
Mässig tief, gerade.
Lefzen
Kurz und knapp anliegend.
Kiefer / Zähne
Kräftiges, vollständiges Scherengebiss. Gewünscht ist ein vollständiges Gebiss mit 42 Zähnen; das Fehlen von insgesamt 2 PM1 oder PM2 (Prämolaren 1 oder 2) wird toleriert; die M3 (Molaren 3) werde nicht berücksichtigt.
Augen
Augapfel gross, nicht tiefliegend, Lidspalte rund, Iris dunkelbraun, Nickhautrand pigmentiert, Lider dem Augapfel gut anliegend.
Ohren
Breit, hoch angesetzt, unten abgerundet, reicht mässig gestreckt bis zum oberen Fangzahn.

Hals

Mässig gewölbt, weder tief noch hoch aufgesetzt, trocken, ohne Wamme.

Körper

Allgemeinheit
Langer Rumpf.
Widerrist
Ausgeprägt, bildet den höchsten Punkt der oberen Linie.
Rücken
Gerade, stramm und mässig breit.
Kruppe
Mässig abfallend, nicht abschüssig, breit und lang.
Brust
Sehr tief, mässig breit, gut gewölbte Vorbrust.
Untere Profillinie und Bauch
Etwas aufgezogen, mittlere Flankentiefe.

Rute

Hoch angesetzt, lang, reicht mindestens bis zum Sprunggelenkshöcker, wird in Erregung hoch getragen, säbelförmige Biegung ist zulässig; dichte Bürstenrute erwünscht.

Gliedmassen

Vorderhand

Allgemeines
Läufe gerade.
Schultern
Schräg gelagert, gut bemuskelt.
Oberarm
Gut gewinkelt.

Hinterhand

Allgemeines
Gelenke der Hintergliedmassen gut gewinkelt.
Oberschenkel
Breit und sehr gut bemuskelt.

Pfoten

Kräftig mit eng aneinanderliegenden, gut gewölbten Zehen und kräftigen Ballen.

Gangwerk

Raumgreifend, sehr schnell, ausdauernd.

Coat

Haar
Dichtes Stockhaar mit Unterwolle, eher grob als fein. Bauch behaart, Keulen gut behost. Rute gut behaart mit dichter Bürste.
Farbe
Rot oder Schwarzrot (kann auch dreifarbig sein).
Roter Schlag : Rot, hirschrot oder rotgelb. Zu helles Gelb ist nicht erwünscht.
Schwarzroter Schlag : Schwarzer Mantel oder Sattel mit rotem, meist nicht scharf abgegrenztem Brand an den Läufen, Brust, Bauch und Kopf. Die lohfarbenen Abzeichen über den Augen (Vieräugl) sind zulässig.
Weisse Abzeichen : (Gelten für beide Farbschläge). Halsstreifen, Vorder- und Unterbrustfleck, Pfoten, Läufe. Das Fehlen von weissen Abzeichen ist nicht als Fehler zu bewerten.

Grösse und gewicht

Widerristhöhe
42 – 50 cm.
Widerristhöhe Rüden 44 – 50 cm, Hündinnen 42 – 48 cm.

Fehler

• Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist, und seine Fähigkeit, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen.
• Fehler sollten nach Grad der Schwere aufgenommen werden.

Allgemeine Fehler

 Zu windig, zu hochläufig, zu niedrig gestellt.
 Schädel grob.
 Lefzen hängend.
 Glas- oder Birkauge.
 Behang zu kurz, zu lang, gefaltet.
 Rücken zu lang, zu weich.
 Scheuheit.

Disqualifizierende fehler

 Aggressiv oder ängstlich.
 Nasenschwamm braun.
 Vor- und Rückbiss.
 Fehlen von mehr als insgesamt zwei PM1 oder PM2.
 Ausgesprochene Scheckung.
 Leberfarbene Hunde.

NB :

• Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
• Die in starker Ausprägung oder gehäuft vorkommenden oben angeführten Fehler sind ausschließend.
• Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
• Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.

Bibliografie

http://www.fci.be/

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